Gerd-und-Iris
  Andalusien April 2012
 


Andalusien Rundreise 4.4. – 2.5.2012



Weil das Wetter  in Zentralspanien nach den Vorhersagen nicht so besonders werden sollte, wollen wir die Osterfeiertage in Pals verbringen und danach an der Mittelmeerküste in Richtung Süden fahren.

Die Stecke Norderstedt – Pals schafften wir problemlos in zwei Etappen. Zu erwähnen ist lediglich, dass wir auf dem Stellplatz in Breisach zum ersten Mal keine Lücke fanden. Wir sind auf den Restaurantparkplatz vom Haus am Rhein ausgewichen. Dort  erwartet der Wirt allerdings, dass man in seinem Hause einkehrt. Ist ja auch verständlich.

 Zwiebelkuchen und Rahmschnitzel haben lecker geschmeckt und waren nicht mal teuer.

 

6.4. – 19.4.

Pals

Camping Interpals

Wir verbrachten die vier Tage mit den Dingen, die wir dort eigentlich immer machen und so haben wir uns bis zum Beginn der eigentlichen Rundreise erst mal ein wenig erholt. Und das Wetter war auch nicht so schlecht wie erwartet.

10.4.

Wir haben unsere sieben Sachen schon gestern verpackt und sind ohne Hast, nachdem wir uns in Palafrugell noch mit den nötigsten Lebensmitteln versorgt hatten, um 11.00 Uhr in Richtung Valencia aufgebrochen.

Die ehemalige Landstraße bis zur Autobahn 7 (AP-7) ist ab Palafrugell  durchgängig vierspurig ausgebaut. Für das Vorankommen ist das von Vorteil, das Flair der alten Küstenstraße aber ist dahin.

Wir sind dann luxuriös auf der Autopista 7 (überwiegend mautpflichtig aber ohne viel Verkehr) in sieben Stunden nach Valencia gelangt.

Der Campingpark El Saler liegt südlich von Valencia am Rand des Naturparks Albufera.  Aus dem Norden kommend, hat uns unser Navi quer durch die Stadt geleitet. Da wir Valencia ja schon wie unsere Westentasche kennen, war das kein Problem. Da Gerd schon einmal 2003 mit unserem Wohnmobil durch Valencia ohne Navi fahren musste, habe ich heute diesen Abschnitt übernommen. Da bekommt man auch trotz Navi feuchte Hände!

Die Parzellen auf dem Campingplatzt sind ausreichend groß und größtenteils betoniert und gefliest. Viele von ihnen wurden wohl bisher von Jahrescampern genutzt.

Wir machten noch einen kleinen Spaziergang in das Dorf El Saler und gingen zeitig zu Bett.

11.4.

Mit dem Metrobus wollten wir zur Stadtbesichtigung  nach Valencia. Es gibt einen Fahrplan.

Der Bus kommt auch…. irgendwann…

Hätten wir den Roller abgeladen, wären wir schneller gewesen.

Schließlich landeten wir dann doch noch in der City.

Am Estacio del Nord starteten wir unseren Rundgang



zur Markthalle



besichtigten die Seidenbörse (Lonja de Seda)







und flanierten durch eine Reihe von Straßen, in denen im letzten Jahr die Falla-Figuren standen.





Jetzt lief hier der Verkehr wie immer.

Wir beendeten unseren Rundgang in der Ciutat des Arts y Ciencias, wo wir bei bestem Fotowetter noch einige Aufnahmen machten. Wir haben im letzten Jahr eigentlich schon genug Bilder gemacht, aber man kann einfach nicht anders, diese Anlage ist immer wieder so beeindruckend! Man kommt aus dem Staunen nicht heraus.






Bevor uns der Metrobus wieder zum CP zurückbringen sollte, kehrten wir noch im Centro Comercial El Saler in den Bierwinkel ein.

 





Ein „deutsches Bierlokal“  mit typisch spanischen und deutschen Gerichten und jeder Menge Biersorten. Für uns gab es im Menü del Dia „Pimientos Rellenos und Entrecote“ bzw. „Paella und Estofado de Toro“ für jeweils 8,95 Euro.

Der Bus sollte um 17.00 Uhr am Bahnhof abfahren und kam erstaunlich pünktlich am Centro Comercial vorbei.

12.4.

Wir hätten den Roller abladen sollen…

Der Metrobus hielt mit reichlich Verspätung an der Haltestelle beim CP. Heute geht es in das Oceanographic.

Letztes Jahr hatten wir nicht genug Zeit und es wäre wohl auch zu voll gewesen.

 

Wir standen nur kurz an der Kasse an und dann machten wir unseren Rundgang durch  den Park und das Aquarium.










Das Haibecken und die Vogelvolliere waren imposant, der Bereich Arktis  mit den Walrössern und den Belugas mutete recht klein an, die Tiere wirkten verhaltensgestört. 

Das „Schaufenster“  hinter dem die Pinguine eingesperrt sind, müsste die Tierschützer eigentlich auf den Plan rufen.



Dieser Bereich hat uns überhaupt nicht gefallen.

Wir beendeten den Rundgang mit einem Besuch des „roten Meeres“. Ein Auditorium mit Aquarium. Da wird man die Fische betrachtend mit Musik berieselt während man in einem super bequemen Sitz Platz nimmt. Höchste Einschlafgefahr!

Die Delfinschau haben wir nicht gebucht. Wir konnten uns zum Abschluss aber die Becken anschauen, in denen die Tiere ihre Kreise drehten.

Wir verließen schließlich das Gelände.

Wir sind noch einmal ins Centro Commercial gegangen und haben im Brasa y Leňa das Rodizio Silver Menü für 9,90 Euro versucht. 10 Sorten Fleisch, dazu Pommes, Salat, Reis und Bohnen.

Aber Vorsicht:  Zur Begrüßung wird ein Caipirinha gereicht, den man genauso extra bezahlen muss, wie die aufdringlich angebotenen Postres.

Das Essen selbst war aber sehr gut.

Der Bus zurück nach El Saler ließ wieder auf sich warten. Die Spanier, die vor uns da waren und warteten, waren schon sehr ungehalten. Die Verspätung betrug wohl mehr als eine Stunde…

Wir wollten noch einen Spaziergang zum Strand machen, aber am Abend fing es an zu nieseln und in der Nacht sammelte sich noch eine Menge Wasser auf dem Wohnmobil.

Den schönen Naturpark (Albufera de Valencia) haben wir aus Zeitmangel nicht mehr besichtigt. Wir waren 2003 schon einmal hier, allerdings auf einem anderen Campingplatz.

13.4.

Strahlend Blauer Himmel. 22 Grad. Die Sonne scheint…

…und wir fahren die gebührenfreie A7 über Murcia und Lorca nach Nijar und dann über die Landstraße weiter nach Los Escullos auf den gleichnamigen Campingplatz Camping Los Escullos im Naturpark Cabo de Gata. Das letzte Stück der Anfahrt dorthin war sehr abenteuerlich Denn die Strecke führte über einen Berg erst mit 10% Steigung und anschließend mit  10% Gefälle! Unser armes Wohni, trotz Motorbremse qualmten die Bremsen!

Wir finden eine tolle Anlage vor. Und an der Rezeption werden wir in akzentfreiem Deutsch begrüßt.


 
Cabo de Gata, Drehort von "(T)Raumschiff Surprise"

14.4.

Am Samstag haben wir eine Rollerrundfahrt unternommen. Es war sehr stürmisch und wir konnten leider nicht alle Sehenswürdigkeiten anfahren. Über die Straße zum Leuchtturm von Cabo de Gata wehte ein starker Sandsturm.



Das war dann doch zu gefährlich. Und für den Strand war spezielles Outfit angesagt, um extremes Peeling zu vermeiden. Da waren wir mit unserer  Motorradkleidung klar im Vorteil.




Auf dem Markt haben wir uns mit Gemüse aus der Region eingedeckt: Zwei Paprika, zwei Gurken, je eine Aubergine und Zucchini und gut ein Kilo Tomaten. Alles zusammen 1,60 Euro – da können die spanischen Gemüsebauern  ja nicht reich werden…

In Nijar haben wir den Roller betankt.  Es ist ertaunlich, bei uns werden die Benzinpreise täglich fünfmal geändert mit Spannen von mehr als zehn Cent. Und in Spanien sind die Preise über Wochen stabil und selbst am gefühlten Ende der Welt nicht höher als in den Metropolen.  Das sollten uns die Ölmultis mal erklären…

In San Jose haben wir noch einen kleinen Supermarkt gefunden. Der frische Fisch wurde in einem Nebenraum angeboten. Den haben wir leider erst entdeckt, nachdem die Schlachtersfrau für uns ein Hähnchen zerteilt hatte.


 
San Jose

15.4.

Sonntag hat sich der Sturm gelegt und wir sind von San Jose aus über eine Sandpiste an die Strände Monsul und Genoveses gefahren. Eindrucksvoll was die Natur so schaffen kann.



Playa Genoveses



Das Wahrzeichen von Playa Monsul, die versteinerte Welle.





Als mittags ein Gewitter aufzog, sind wir zum Wohni zurückgekehrt und haben uns ausgeruht. Später fuhren wir dann noch einmal los, über La Isleta



zum alten Goldbergwerk in Rodalquilar. Leider war dort kein Gold mehr zu finden.

 







Die verlassene Siedlung der Minenarbeiter


16.4.

Mit dem Roller geht es von Los Escullos nach Tabernas in die einzige Wüste Europas. Dort befinden sich drei alte Filmstädte, in denen früher die Spagetti-Western gedreht wurden. Bekannt sind Spiel mir das Lied vom Tod oder der Schuh des Manitou und auch Laurence von Arabien.

Mit uns unterwegs waren heute auch unzählige Schwalben, die kreuz und quer über die Straßen segelten. Gar nicht so einfach den Dingern bei 80 Km/h auszuweichen…

Der Zufall wollte es, dass wir am Samstagabend bei Tele 5 den Film „Sie nannten ihn Gringo“ mit Götz George und Helmut Schmid gesehen haben. Der Film könnte auch dort gedreht worden sein. Allerdings schon 1965.

Heute wurde nichts produziert. Da haben drei Cowboys und zwei Can-Can Tänzerinnen ihre Shows abgezogen. Das war ganz witzig.

Wir sind mit einer Kutsche durch die Filmstadt und deren nähere Umgebung gefahren. Reiten wäre  für neun Euro auch möglich gewesen.

Im Westernrestaurant haben wir das Menu des Tages gegessen. Gazpacho bzw. Estofado de Tenera (als Rindfleischeintopf) und gegrillte bzw. geschmorte Schweinerippchen. Mit Cola light und Cafe cortado haben wir zusammen 25 Euro bezahlt. Das wäre in den Bavaria Filmstudios wohl teurer.





El Desierto / Tabernas


Fort Bravo











Nach einer Fotosession mit den Banditen, die wollten mir meinen Fotoapparat aus dem Rucksack klauen,


machten wir uns am Abend auf den Rückweg nach Los Escullos.

17.4.

Heute früh geht unsere Reise weiter nach Humilladero.

Über eine andere Landstraße nach Nijar und danach über die A7 bis Almeria und die A92 durch die Sierra Nevada über den 1390 Meter hohen Pass Puerto de la Mora de Huétor  fahren wir bis zur Abfahrt  Humilladero und sind nach drei weiteren Kilometern auf dem Camping La Sierresilla. Eine recht neue, noch nicht ganz fertige Anlage. Die Sanitäreinrichtungen, vor allem die Duschen sind super.

18.4.

Grund für diese Station ist der Wanderweg  „El Camino del Rey“ - der  in dem Video auf der Eingangsseite unserer Homepage gezeigt wird.

Dort wollte ich hin, seit ich den Film gesehen habe.

Wir sind mit dem Roller über Fuente de Piedra und Campillos nach Ardales  gefahren. Von dort ging es über eine  kurvenreiche schmale Straße in das 12 Km entfernte El Chorro. Gut, dass wir nicht mit dem Wohni samt Anhänger gefahren sind. Auch hier kommt an der engsten Stelle garantiert ein Bus entgegen



Aber irgendwann kommt man doch ans Ziel: Und dann richtet man den Blick hinüber über den Stausee an das andere Ufer und hoch zur Brücke.  Und dort ist er:

DER ANFANG VOM WEG!




Wir parkten den Roller auf dem  Wanderparkplatz



und machten uns auf den Weg hinauf zur Eisenbahnbrücke.


Leider sind die Übergänge von den Bahngleisen zu den Wandersteigen aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden. Man kommt nicht mehr zum Steig. So endete unser Ausflug hier.




Kurze Zeit später konnten wir zwei Waghalsige beobachten, die den Weg von der anderen Seite gegangen sind. Sie haben sich am Ende des Weges kurzerhand an der steilen Felswand abgeseilt…


Nach einer kurzen Stärkung im nahegelegenen Restaurant fuhren wir wieder zum CP zurück.


Dort angekommen, verstauten  wir unser Equipment auf dem Anhänger.

Morgen geht es weiter nach Sevilla.

19.4.

Es war sehr kühl und bevor wir uns aus dem Bett wagen konnten, haben wir erst einmal die Heizung angemacht. Auch in Andalusien frühstückt man manchmal erst, bevor man sich unter die Dusche wagt.

Schließlich waren wir reisefertig.

Es waren nur 150 Kilometer durch eine landschaftlich reizvolle Gegend.

Ausläufer der Sierra Nevada

Aber zwei kleinere Karambolagen auf der südlichen Umgehung von Sevilla bescherten uns den ersten größeren Stau auf unserer Reise und wir erreichten unser Ziel erst gegen 14.00 Uhr.

Unser Navi führte uns zum Yachthafen mit Wohnmobilstellplatz in der Urbanisation Puerto Gelves am Rio Guadalquivir.


 
Stellplatz Puerto Gelves

Wir richteten uns auf einem der letzten freien Plätze ein.



Danach erkundeten wir die Umgebung und fanden auch einen Optiker, der meine Fielmann-Brille reparieren konnte.

Abends kehrten wir am Hafen in die Taberna del Puerto ein und aßen Tapas, tranken Wein und Bier und Kaffee und einen Verdauer und mussten satt und abgefüllt nur 22 Euro löhnen.

Müde und zufrieden fielen wir ins Bett.

An Schlafen war allerdings noch nicht zu denken, weil direkt neben uns ein Schiebetürenauto mit drei aufgedrehten Engländerinnen parkte. Die brauchten eine ganze Weile, bis sie zur Ruhe kamen.

20.4.

Hier gibt es große Brötchen. Jeder eins und wir waren satt.

Mit dem Bus fuhren wir für jeweils 1,40 Euro nach Valencia – nee das merkte der Busfahrer und meinte, er fährt nur bis Sevilla. J Und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Irgendwie war Gerd durcheinander (so viele Stationen)…

Unsere Endhaltestelle  war die Puerta de Jerez, von wo wir unseren Rundgang starteten. Schnell fanden wir die Cerveceria „La Moneda“. Dort gab es 2007 leckere Tapas. Heute ist das damals schon baufällige Gebäude entkernt und wird hoffentlich grundsaniert. Für uns gab es dort leider nichts zu essen. Und ich hatte mich so darauf gefreut!


Wir schlenderten an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Wichen dabei den ständig aufdringlich nervenden Nelkenfrauen aus und achteten sehr darauf, dass unsere Wertsachen auch unsere blieben.

 


Torre del Oro



Stierkampfarena



Giralda




Neueste aber umstrittene Attraktion der Stadt ist der „Parasol Metropol“ auf der Plaza de la Encarnacion.

Ein von sechs Säulen getragener riesiger "Sonnenschirm".


Im Untergeschoß befindet sich ein archäologisches Museum.





Eine Etage höher ist ein Markt untergebracht, und zwei Fahrstühle bringen die Besucher auf eine Panoramaterrasse. Von dort hat man eine hervorragende Rundumsicht über die Stadt.
 
Bars und Restaurants fehlen natürlich auch nicht.

Wir haben uns in der Markthalle ein wenig umgesehen, dann nach oben gefahren und haben den wirklich tollen Ausblick genossen....


Aber ob so ein modernes Bauwerk in eine gewachsene Altstadt gebaut werden muss?

Wir setzten unseren Rundgang fort.

Gerd beobachtete einen Trupp von Mitarbeitern der Stadtreinigung und meinte, ich sollte sie mal bei der Öffnung der Sieldeckel fotografieren. Die haben Rattengift in die Schächte geworfen und die Kakerlaken am Deckel mit Gift besprüht. Die “Leichen“ lagen dann später auf dem Fußweg herum.


Die Straßen in der Altstadt sind fertig restauriert und die hochmoderne Straßenbahn fährt wieder. Erstaunlicherweise ohne ausgefahrenen Stromabnehmer, denn es gibt hier keine Oberleitung…


Nahe dem Hotel Maestranza, wo wir 2007 übernachteten, fanden wir das „El Colmaito de Cai“. Dort haben wir damals leckeren Sherry dulce der Marke Pedro Ximinez getrunken. Heute wollten wir nur ein paar Tapas zu uns nehmen, mussten aber für einen Salat kräftig bluten.

Auf TripAdvisor haben wir das wie folgt bemängelt:

„Wir wollten ein paar Tapas essen. Der Kellner nahm die Bestellung auf und fragte, ob wir auch einen Salat möchten. Er betonte noch einmal auf deutsch "kleiner Salat". Wir stimmten zu. Die Tapas waren lecker. Der Salat wurde in einer großen Glasschüssel serviert. Es war überwiegend Eisbergsalat, ein paar Tomaten- und Gurkenscheiben, schwarze Oliven und etwas Thunfisch.
Der Wein und das Bier waren für 3,50€ und 3€ recht teuer. Auf der Rechnung stand 2x Brot, wir hatten aber nur 1x Brot, Das war ja nicht so schlimm, aber wir fanden noch 1 R-CASA für 9€! Das war nach genauer Überprüfung der Salat! Wir fühlten uns nach einem guten Essen dann doch abgezockt. Wir zahlten und es gab kein Trinkgeld, womit wir sonst sehr großzügig sind!“

Nach dem Essen sind wir zur Bushaltestelle zurückgegangen. Dort trafen wir das holländische Ehepaar, welches mit dem Wohnmobil in Gelves neben uns stand. Während wir auf den Bus warteten, haben wir uns nett unterhalten.

Wir haben uns dann im Wohni von den Anstrengungen des Tages erholt.

Abends  sind wir nochmal in der Taverna del Puerto eingekehrt. Dort stimmt das Preis – Leistungsverhältnis. Und wir wurden nicht enttäuscht.

21.4.

Für den Stellplatz inklusive Strom und Internet bezahlte Gerd beim Hafenmeister knapp 30 Euro. Wir haben noch entsorgt und hätten auch noch duschen können. Das haben wir aber verschoben, da unsere nächste Station, der Campingplatz La Aldea in El Rocio nahe dem Nationalpark Donana nur 80 Km entfernt war und wir auf ein größeres Sanitärgebäude hofften.

Der Campingplatz ist großzügig angelegt. Der einzige Nachteil der Anlage ist darin begründet, dass El Rocio ein Reiterdorf ist und nur die Hauptstraße asphaltiert ist. Alle anderen Wege sind Sandwege und jedes Auto zieht eine lange Staubfahne hinter sich her. Um den CP führen drei Straßen herum. Unser Wohni sah bei unserer Abreise aus, als hätten wir die Sahara durchpflügt…


 
Ermita del Rocío


 
Alle Straßen im Ort bestehen aus Sand



 
Es gibt keine eingezäunten Weiden, bei einigen Pferden sind die Vorderhufen zusmmengebunden, damit sie nicht laufen können! Die nicht gefesselten bleiben automatisch bei der Herde.

Am Samstagnachmittag fuhren wir noch nach Matalascanas, wo Gerds jüngere Schwestern in den Achtzigern mal Urlaub gemacht haben. Ein reiner Urlaubsort mit vielen Ferienhäusern und Hotels. Am Wochenende und in der Saison tobt hier das Leben, aber unter der  Woche ist nicht los.




22.4.

Das haben wir auch in El Rocio festgestellt:

Am Samstag haben wir dort auf dem Rückweg von Matalascanas noch kurz gehalten und einen kleinen Rundgang gemacht. Es waren auch ein paar Leute da.

Heute aber, am Sonntag entpuppte sich der Ort als Wallfahrtsstätte.




  

Unzählige Busse parkten auf dem großen Parkplatz und viele Besucher  waren auszumachen. Witzig fand ich die Ausflügler, die auf  Rundreise waren und dann mit ihren Lunchpaketen die Sitzbänke an den Wanderwegen bevölkerten.




Wir besichtigten den Ort natürlich auch…

… haben aber abends im Meson La Aldea im CP-Restaurant Iberisches Schwein verdrückt. Ganz etwas anderes als das Schweinefleisch hier, allerdings auch etwas kalorienreicher.

Für den morgigen Tag haben wir die „Safari“ durch die Doňana gebucht.

23.4.

In Almonte gibt es einen großen Supermarkt. Dort haben wir unsere Vorräte aufgefüllt.

Nachmittags um fünf sind wir dann von einem All-Terrain -Bus am CP abgeholt worden.




Wir waren in der heutigen Ausflugsgruppe die einzigen Deutschen und durften im Bus vorne sitzen.


 
Die anderen Mitfahrer waren Spanier und Italiener und der Führer der Safari wollte uns die Dinge die wir auf Spanisch nicht verstanden ins Englische übersetzen. Einige Male sprach er uns zwar auch auf Deutsch an, er hatte ja schließlich in Chemnitz studiert, aber es schien ihm nicht sonderlich zu behagen.

Die Tour ging etwa zwei Stunden durch den nördlichen Teil des Nationalparks und unser Guide erklärte unentwegt, welche Vögel um uns herum flogen, welchen Bäume und Büsche zu sehen waren, wo die Luchse leben, sie ihre Kinderstube haben und sie ihr Futter suchen, und, und, und…


Das Luchs Revier



Schließlich erreichten wir das „Information Center“ wo wir eine kurze Pause einlegten, bevor es auf demselben Weg zurückging. Dort gab es noch etwas Wasser.

 

Und wieder redete der Guide und erklärte und fragte auch so manches Mal streng nach: „Hast du das verstanden?“  Das war ganz schön anstrengend.

Wir haben zwar nicht alles verstanden, was er uns zu erklären versuchte. Aber wir haben viele neue Eindrücke gewonnen.

Erschreckend ist die Trockenheit in dieser Region. Eigentlich sollten die Marschen zu dieser Jahreszeit überwiegend unter Wasser stehen. Aber weite Teile des Landes sind ausgetrocknet und zuweilen sieht man auch Tierskelette herumliegen. So wie in den Western die Überreste verendeter Tiere.




  
Diese Straße ist ein Damm gegen Überschwemmungen, es war aber weit und breit kein Wasser zu sehen.

 

Gegen 21.00 Uhr setzte uns der Busfahrer nach dieser Tour, für die wir gerne 26,00 Euro pro Person bezahlt haben, wieder am CP ab.

24.4.

Wir haben den Tipp bekommen, wenn wir schon in dieser Gegend sind, sollten wir unbedingt einen Abstecher nach Minas de Riotinto machen. Rund um den kleinen Ort gibt es unzählige Minen, in denen seit über 5000 Jahren nach allen möglichen Bodenschätzen gebuddelt wird. Und das im Tagebau. Dort gibt es viele Krater, der größte ist über 1000 Meter breit und 350 Meter tief.

Attraktion ist eine alte Minenbahn, die von einem privaten Verein restauriert und betrieben wird.

Wir wussten, dass der Zug unter der Woche um 13.00 Uhr abfährt und waren uns sicher, dass wir den Bahnhof auch finden würden, ohne vorher genau zu recherchieren. Blöd war nur, dass im Ort kein Hinweis auf den Bahnhof zu finden war und wir auf dem Weg nach Nerva, dem nächsten Dorf an der A 476 das Hinweisschild „Ferrocarril  Touristico Minero“ übersehen haben. Wir fragten unterwegs mehrmals nach dem Weg, ohne befriedigende Auskünfte zu bekommen.

Der ältere Herr vor einem mit vielen Flaggen geschmückten Haus sagte uns nur: “Hier fährt kein Zug!“

Naja, es war ein Altenheim…

Am Tor einer noch aktiven Ausgrabungsstelle schickte man uns in die falsche Richtung, mit der Bemerkung etwa 30 bis 40 Kilometer. Da war es 12.40 Uhr…

In Nerva gab uns ein freundlicher Herr dann den entscheidenden Tipp und wir fanden den Bahnhof doch noch um kurz vor eins. Schnell die Fahrkarten gelöst und dann ging es auch schon los.

Der Zug wurde von einer Diesellok gezogen. Das war schon etwas unangenehm, denn wir saßen direkt hinter der Lok. Und die Abgase zogen durch die undichten Fenster in den Waggon (Gerd meinte später, zum Glück sind wir nicht wie ursprünglich geplant am Sonntag mit der Dampflok gefahren, da hätten wir wohl kaum was sehen können).


Die Landschaft ist beeindruckend.

Der Zug fuhr 12 Kilometer am Fluss Rio Tinto entlang und wir haben jede Menge Fotos von dem grandiosen Farbenspiel  des Wassers  gemacht.








Am Ende der Strecke wurde eine kleine Pause eingelegt, weil die Diesellok abgekoppelt und wieder in Fahrtrichtung nach vorne positioniert werden musste.


Auf dem Rückweg haben wir uns zwischen den Waggons auf einer Plattform aufgehalten und konnten ohne störende Fenster weiter knipsen.

Nach der Zugfahrt verspürten wir ein leichtes Hungergefühl und zogen dem Besuch des Minen- und Bergbaumuseums doch ein Menue del Dia im Restaurant Atalaya vor. Gesättigt machten wir uns auf den Heimweg, nicht ohne noch ein Foto von mir auf dem Mars zu schießen.




Wir kehrten schließlich nach einem 255 Km! langen Ausflug wohlbehalten auf unserem Campingplatz zurück.

25.4.

Unser letzter Tag in El Rocio sollte uns noch einmal in das kleine Örtchen Niebla führen. Wir sind da gestern Abend durchgefahren und die Stadtmauer hat mir so gut gefallen, da wollte ich noch ein paar Fotos machen. Auch führt dort eine alte Römerbrücke über den Rio Tinto. Wenn das kein Motiv ist….













Nachmittags haben wir dann unsere Stühle und den Tisch so gut es ging vom Staub der letzten Tage befreit und uns reisefertig gemacht.

Die ursprüngliche Planung sah vor, in den Naturpark von Monfrague (in der Nähe von Malpartida de Plasencia, Extremadura) zu fahren. Leider versprach uns die Wettervorhersage für die nächsten Tage in dieser Region nur Regen. Wir änderten deshalb unsere Pläne und beschlossen, langsam die Heimreise anzutreten. Immerhin waren wir jetzt 2900 Kilometer weg von zu Hause…

26.4.

Erstes Etappenziel war Camping Los Batanes in der La Mancha. Dort waren wir schon zwei Mal. Das ist ein ruhiges Plätzchen bei den Lagunen von Ruidera. Wenn man sich mal so richtig erholen und seine Ruhe haben will, ist man hier bestens aufgehoben.

Wir waren sehr erfreut zu sehen, dass die Lagunen bis zum Überlaufen voll waren. Bei unserem letzten Besuch führten sie nur noch sehr wenig Wasser!


Leider war das CP-Restaurant an diesem Abend geschlossen. Zu gerne wäre ich wieder in diesen so liebevoll eingerichteten Comedor „El Rodal de la Iniesta“ eingekehrt.

Stattdessen gab es Pizza in der Bar.



Es wurde für uns sogar der Kamin angezündet.

27.4.

Aufbruch zur nächsten Etappe, die Lagunen leuchteten in der Sonne, wir machten noch schnell ein paar Fotos.
 






In einem unserer ersten Stellplatzführer für Spanien fanden wir  2003 das Restaurant
Spätzle Fritz in Vinaros, südlich des Ebro Deltas. Bisher haben wir es nicht geschafft, dort zu übernachten.

Unterwegs fuhren wir wieder einmal auf einer "amerikanischen" Straße: ca.30Km immer geradeaus, mit "Dips und Bumps"


Die Entfernung von Ruidera bis Vinaros entsprach einer guten Tagesetappe und wir fanden auf halber Strecke (CN-11)  zwischen St. Rafael del Rio und Vinaros einen riesigen Parkplatz vor.

Wir haben uns im Restaurant angemeldet. Gerd sprach die Bedienung auf Deutsch an. „Spaetzle Fritz“ dachte er halt. Kühle Reaktion. Aber hier spricht nur die Chefin deutsch. Als die Bedienung jedoch feststellte, dass sie mit uns auch spanisch sprechen konnte, war die Stimmung sofort locker.

Der Stellplatz ist kostenlos, wenn man im Restaurant einkehrt. Lediglich für Strom muss man 4€ löhnen.  Ohne Einkehr kommen noch 8€ Übernachtungsgebühr hinzu.

Wir machten nach dem Essen noch einen kurzen Spaziergang durch die nahen Orangenplantagen und gingen zeitig zu Bett.


28.4.

Für die Fahrt nach Pals wollten wir überwiegend über Landstraßen fahren, um die Maut zu sparen. Von Vinaros bis Pals sind es etwa 330 Km. Nachdem wir die halbe Strecke geschafft hatten und uns das Navi immer noch fast drei Stunden Fahrzeit ankündigte, sind wir bei Sant Sadurni D`Anoia dann doch auf die AP7 gefahren und waren knapp zwei  Stunden später auf dem CP Interpals.

Wir haben an diesem Abend zum ersten Mal in diesem Urlaub gegrillt!

Ein saftiges spanisches Entrecote, frisch vom Schlachter dick geschnitten, so wie Gerd es gerne mag…

29.4. - 30.4.

Pals

Wir haben uns vor den letzten beiden Etappen noch einmal etwas erholt.


Am Montag haben wir uns abends in Pals verabschiedet und sind nach Sant Feliu de Boada zum Restaurant Can Bach gefahren, haben dort gut gegessen und dann auf dem Restaurantparkplatz übernachtet.


Von dort kommen wir morgen zeitiger weg als vom Campingplatz.

1.5. -2.5.

Morgens auf der vorletzten Etappe noch einmal ein Blick auf die schneebedeckten Pyrenäen.


 
Wir sind auf einer LKW-freien Autobahn (1.Mai) in unter 13 Stunden nach Breisach (1000 Km) gefahren und haben am Mittwoch auch nur 10 Stunden für die 800 Km bis nach Norderstedt gebraucht.

Insgesamt  haben wir mit dem Wohnmobil 6600 Kilometer und mit dem Roller etwa 1000 Km zurückgelegt. Den einzigen Stau hatten wir übrigens auf der Umgehungsstraße von Sevilla.


Ein toller Urlaub ist wieder viel zu schnell zu Ende gegangen. Wir hätten locker vier Wochen mehr gebrauchen können, weil wir doch wieder nicht alles anschauen konnten.

Aber:

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und

 die Extremadura wartet immer noch auf uns…



Wir haben mit zwei Fotoapparaten ca. 2000 Fotos gemacht, nach Durchsicht und Löschen der schlechten Fotos sind noch ca. 1700 übrig geblieben. Es war sehr schwierig die Fotos
für diesen Bericht auszusortieren.























 
  Heute waren schon 1 Besucher hier!