Gerd-und-Iris
  Nord Spanien Mai Juni 2009
 

 

Nord Spanien vom 27.5.09 bis 24.6.09

 

Dune du Pilat, Picos de Europa, Playa de las Catedrales (Ribadeo), Finisterra, Santiago de Compostela, Las Medulas, Ponferrada, Coca, Hoces del Rio Duraton, Riaza, Pals


27.5.

Um 15:00 verließen wir Norderstedt.Vor dem Elbtunnel war ein ca. 2 Km langer Stau, danach ging es zügig weiter Richtung Süden. Wir wollten dieses Mal eine andere Strecke fahren als sonst immer. Unser erstes Ziel ist die französische Atlantikküste. Wir fuhren die A7 bis Hannover und dann nach einem kurzen Stau auf der A2 Richtung Dortmund. Wir kamen bis nach Bielefeld.

Dort übernachteten wir auf dem CP Campingpark Meyer zu Bentrup . Ein schöner Campingplatz mit sehr gepflegten sanitären Anlagen. Wir zahlten mit der ACSI Karte 15€ für die Übernachtung. Die Duschen sind mit 30Cent pro Minute aber sehr teuer.

 
28.5.

Nach dem Frühstück ging es gegen 9:00 Uhr weiter. Über Köln und Aachen nach Belgien. Über Liege, Charleroi und Mons fuhren wir auf schlechten Autobahnen nach Frankreich.
Dort auf der A2 und der A1 Richtung Paris fuhr es sich wieder besser. Unser Navi hatte tatsächlich vor, uns durch Paris zu lotsen, das war schließlich die kürzeste Strecke.
Wir ließen uns darauf ein und waren gespannt, wie das wohl ausgeht! Es war ca. 18:00 und uns war klar, dass wir genau in den Feierabendverkehr kommen. Wir fuhren bzw. schlichen über den inneren Ring (Peripherique) auf einer 4 spurigen Stadtautobahn im Stau. Aber unser Navi hat uns sicher wieder heraus geführt, auf die A10 Richtung Bordeaux.
Wenn wir Paris weiträumig über die A28 über Rouen und Le Mans umfahren hätten, wären das ca. 100 Km mehr gewesen. Und die Strecke durch Paris war abenteuerlich (ich mußte sogar einmal hupen)!
Als wir wieder in ruhigere Gefilde kamen, haben wir im ACSI CP-Führer einen nahen Campingplatz gefunden. Die Adresse gaben wir in´s Navi ein und es führte uns wieder anstandslos zum Ziel.
Wir sahen es erst gar nicht, sie sagte „sie haben ihr Ziel erreicht“ und wir „wo??“ Die Beschilderung vom CP war sehr schlecht zu sehen. Die Einfahrt des CP

 

Camping De La Petite Source / La Plage Aux Champs in St.Arnoult en Yvelines  war sehr schmal.
Die Anmeldung war nicht besetzt, es war ca. 20:00 Uhr. Es hing eine Telefonnummer aus, aber auf französisch telefonieren haben wir uns nicht getraut.
Auf dem Weg kam uns ein Mann mit einer Mülltüte in der Hand entgegen. Gerd kramte sein Schulfranzösisch heraus und sprach ihn an. Er reagierte sehr freundlich, stellte seine Mülltüte auf den Boden und eilte zu seinem Wohnwagen um den Campingplatzbetreiber zu informieren. Wir bedankten uns und warteten nicht lange, da kam eine Frau angefahren. Sie wies uns einen Platz zu und zeigte uns das Sanitärgebäude. Sie sprach mit sehr wenigen Worten, sehr deutlich und langsam (wie man halt mit Ausländen spricht) dadurch haben wir sie aber sehr gut verstanden. Gerd bezahlte und ich parkte das Womo ein. 17,20€ sollte die Übernachtung kosten.
Nachdem wir uns die Duschen und Toiletten angesehen haben, beschlossen wir, diese nicht zu benutzen! Der Preis war eindeutig zu hoch!

29.5.

Um 9:00Uhr fuhren wir wieder auf die A10 über Orleans Richtung Bordeaux.
Kurz vor Tours kam eine Zahlstelle. Für 234 Km mußten wir 33€ zahlen, danach für  96 Km von Tours bis Portiers nochmals 16€. Ganz schön teuer, aber dafür kamen wir auf einer qualitativ sehr guten Autobahn zügig voran.
Bei Poitiers schickte unser Navi uns auf die N10, die kostenlose Landstraße. Sie war zweispurig ausgebaut, wie eine Autobahn. Nur ein ganz kurzes Stück war noch einspurig, aber dort wird fleißig gebaut.
Bis Bordeaux fuhren wir 196 Km auf der N10.
In Ruffec machten wir einen Zwischenstopp und kauften bei E. Leclerc ein. Dort auf dem Parkplatz machten wir gleich anschließend unsere Mittagspause und aßen frisches, leckeres Baguette mit Käse und Schinken.
Bei Bordeaux fuhren wir auf die A63 Richtung Arcachon und Biscarosse Plage zur
Düne von Pilat (die größte Düne Europas).
Dort fuhren wir auf den
CP Le Petit Nice. Er liegt am südlichen Ende der Düne. Hier zahlen wir mit Camping Cheque 14€ die Nacht.

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Wir suchten uns einen Platz aus und gingen erst einmal ausgiebig duschen. Hier sind die Sanitäranlagen nicht zwischen Männern und Frauen getrennt. Die Duschen sind ok. aber die Toiletten werden wir nicht benutzen, zum Glück haben wir eine eigene.
Im CP Restaurant aßen wir Pizza. Die war sehr groß und auch gut.

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Danach bewunderten wir noch den Sonnenuntergang am Atlantik. Er war wunderschön.

30.5.

Der Tag begann mit blauem Himmel und Sonnenschein.
Heute wollen wir die Düne bezwingen. Das Bergsteigen haben wir ja vor kurzem trainiert, aber einen 100 Meter hohen Sandberg zu erklimmen ist gar nicht so einfach.

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Auf halber Höhe befindet sich ein Stützpunkt für Gleitschirmflieger. Wir schauten ihnen bei ihren Flugübungen zu. Nach einem kurzen Flug landen sie am Strand und müssen danach wieder mitsamt Gepäck die Düne
hinauf steigen.

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Wir stiegen noch etwas höher um einen besseren Blick zu haben. Einfach überwältigend!
Der Abstieg war auch nicht so einfach, aber wenn man erst einmal die richtige Fußstellung herausgefunden hat, ist man ganz schnell unten. Barfuß am Strand wanderten wir wieder zurück.
Zum Campingplatz mußten wir aber nochmals einen etwas niedrigeren Teil der Düne hinauf klettern. Ein Teil des Aufstiegs führte über eine sehr steile Treppe.

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Nach einer kleinen Verschnaufpause unterzogen wir uns einer gründlichen Dusche, um den feinen Sand von der Haut zu entfernen.
Anschließend holten wir den Roller vom Anhänger. Wir fuhren nach Arcachon zum Porte Plaisance.

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Die Hoffnung auf eine Fischbude oder ähnlichem erfüllte sich nicht. Ein Menü wollten wir nicht zu uns nehmen. Also drehten wir noch eine Runde durch den Ort und kehrten über Pyla sur Mer zum CP zurück.
In der Rezeption bekamen wir eine Stunde Internet spendiert. Darüber freuten wir uns sehr, denn so können wir den ersten Abschnitt der Reise online stellen.
Morgen machen wir uns auf den Weg nach Spanien. Das Ziel sind die
Picos de Europa.

31.5.

Um ca. 10:30 Uhr verließen wir den CP. Unser Navi führte uns erst einmal über kleinere Landstraßen zur N10. Dort angekommen ging es zügig voran Richtung San Sebastian.
Auf der A63 mußten wir noch einmal Autobahngebühren zahlen. Aber in Spanien kostete die A8/E70 nur kurz hinter der Grenze für uns 1,55€. Die anschließende Strecke A8/E70 ist eine Autovia und somit kostenlos.
Bis Unquera hatten wir eine sehr ruhige und bequeme Fahrt. Dann verließen wir die A8 und mußten auf die N621.
Die Straße wurde immer schmaler und führte durch die atemberaubende Hermida Schlucht. 25KM Abenteuer pur. Wenn ein Felsen auf die Straße ragte, war die Fahrspur halt etwas schmaler, schlecht war es nur, wenn ein Reisebus entgegen kam!
Der Cp
La Isla Picos de Europa den wir uns ausgesucht haben, befindet sich in Turino, in Potes Richtung Fuente De´.
Wir hatten schlimme Befürchtungen, daß diese Straße noch schmaler wird, sie bestätigten sich aber nicht. Eine gut ausgebaute Straße und ein tolles Navi führten uns 18:30 sicher zu unserem Ziel.
Die Empfangsdame in der Rezeption war sehr freundlich und freute sich darüber, daß wir etwas spanisch sprechen konnten. Wir durften uns einen Platz aussuchen, Internet ist kostenlos!

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Wir richteten uns ein und schauten uns den Platz an. Er ist sehr schön angelegt und die Sanitäranlagen sind in Ordnung.
Um 20:00 gingen wir in das Restaurant. Für 39€ bekamen wir: Ensala Mixta, Pimientos Rellenos, Bistek con Patatas y Huevos fritos, Rabas (Calamares), Pan,1 große Flasche Wasser, 1 Flasche Vino Tinto, 2Cafe cortado und 2 gut gefüllte Veterano Osborne (Brandy).
Das haben wir in Frankreich für die Pizza auch bezahlt.

1.6.

Das Thermometer zeigte um 9:00 Uhr nur 10 Grad an.
Tagsüber ist es sehr warm, aber nachts wird es doch empfindlich kühl. Gerd wollte aber trotzdem draußen frühstücken. Bei strahlendem Sonnenschein und leuchtend blauem Himmel wurde es auch schnell wärmer.
Bei solch einem Wetter empfiehlt es sich einen Ausflug in die Berge zu machen.
Mit dem Roller fuhren wir bis zum Ende der Straße nach Fuente De´. Dort befindet sich die einzige Seilbahn in diesem Naturpark. Sie fährt bis auf 2000 Meter Höhe hinauf.

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Ich habe zwar Höhenangst, aber wir wagten trotzdem die Fahrt.
Bei diesem schönen Wetter hatten aber noch mehr Leute diese Idee, oben auf dem Berg herrschte ein reges Treiben.
Menschen mit Skistiefeln, mit Wanderstiefeln, mit Trekkinkschuhen, mit Pumps oder Sandalen.
Wir wanderten einen gut begehbaren Weg unterhalb der hohen Berggipfel entlang. Wir bewunderten die Natur und machten schöne Fotos.

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Irgendwann war der Weg aber von so viel Schnee bedeckt, daß wir umkehren mußten. Das kannten wir ja schon von unserem Südtirol Urlaub.
Wir hatten das seltene Glück, diese Berge ohne Nebel zu erleben. Die Sicht war ausgezeichnet!
Wir begaben uns wieder auf den Rückweg. Wir fuhren am CP vorbei nach Potes und erledigten im dortigen Supermarkt unsere Einkäufe.

Potes

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2.6.

Der Roller setzt beim Auffahren auf den Anhänger immer auf der Rampe auf.
Deshalb will Gerd die Auffahrrampe modifizieren. Er braucht dafür Schrauben, die irgendwo zu Hause im Keller sind. Also führte uns der Weg heute zunächst nach Potes in die Ferreteria Gutierrez Fernandez.

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Ein Paradies für Heimwerker! Vom Amboss über Kuhglocken, Vogelkäfigen und Kupferkesseln, Geschirr und Deko Artikel, hier gibt es einfach alles. Die Schrauben auch. Hätten wir sonst nichts weiter vorgehabt, hier hätten wir den Tag mit gucken verbringen können.
Ich hatte ja Bedenken mit dem Roller die Hermida Schlucht zu durchqueren, aber Gerd meinte, daß er damit keine Probleme hat.
Ich wollte so gerne noch durch die „Garganta del Cares“ einer sehr engen Schlucht, nach Cain wandern.
Das Ziel war aber ca. 60 KM von unserem Standpunkt entfernt.
Nach langem Überlegen entschlossen wir uns die Tour zu fahren.
Von Potes nach Panes (durch die Hermida Schlucht) fährt es sich mit dem Roller ganz moderat.

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In Panes sind wir auf die besser ausgebaute C-6312 nach Arenas de Cabrales abgebogen (
dort gibt es auch einen Campingplatz) und von dort am Rio Cares entlang bis zum Ende der Straße gefahren.
Nach knapp 60 KM waren wir am Ziel bzw. am Anfang des Wanderweges in Richtung Cain.

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Der Weg durch die Schlucht, den wir gehen wollten, war wegen Steinschlag gesperrt. Also stiegen wir den beschilderten Wanderweg über den Berg hinauf. Ein toller Ausblick sollte uns belohnen.

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Der Blick von oben auf den Weg durch die Schlucht

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Wer von uns beiden ist der Stärkere?

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Er nicht..

Bis nach Cain haben wir es aber nicht geschafft. Eine Strecke sind 11 KM und wir hätten den selben Weg wieder zurück laufen müssen. 
Nach einer kurzen Rast machten wir uns auf den Rückweg. Erst zum Roller, dann zum CP.
Wir haben es nicht bereut, diese weite Tour unternommen zu haben, wir sind durch atemberaubende Schluchten gefahren, an kitschig türkisen Flüssen entlang.

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Hier waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal, es gibt noch viel zu entdecken.
Eigentlich wollten wir unterwegs einkehren. Aber zwischen 15 und 20 Uhr ist das hier so eine Sache. Entweder man nimmt das was die englischen (absolute Mehrheit) Touristen gerne mögen, oder man kocht dann doch selbst. Wir haben uns für letzteres entschieden und haben uns am Wohni ein Stück Thunfisch gebraten.
So, der Roller ist wieder verladen (ohne Aufsetzen) und das Geschirr ist abgewaschen.
Wir gönnen uns gleich noch eine Sangria auf der Terrasse des Restaurantes direkt am Fluß, und dann machen wir uns morgen auf den Weg nach Ribadeo.
 

3.6.

Der Tag begann wieder mit strahlendem Sonnenschein und es wurde schnell warm.
Wir frühstückten ganz in Ruhe und danach räumten wir alles ein und machten uns reisefertig. Richtung Atlantikküste mußten wir natürlich Richtung Norden fahren und somit auch wieder durch die Hermida Schlucht. Gerd hatte die Idee die Fahrt durch die Schlucht zu filmen. Genau an der schmalsten Stelle, mit überhängenden Felsen auf unserer Seite, kam uns ein Reisebus entgegen. Das war knapp, ganz langsam fuhren wir aneinander vorbei.
Bei Unquera fuhren wir wieder auf die A8/E70 Richtung Oviedo. Je weiter wir nach Westen kamen, um so bedeckter wurde es. Vom Meer kam etwas Nebel. Schnell war die Sonne verschwunden. Einige Abschnitte dieser Strecke sind ganz neu, das hat unser Navi ganz schön durcheinander gebracht.
Wir waren aber froh, daß wir die Neue Autovia (A8) fahren durften, als wir von den vielen Viadukten aus die alte sich unter uns windende Straße gesehen haben.
Unser Ziel war der
CP Gaivota bei Barreiros.
Kurz vor dem Ort gab es sogar einen LIDL. Dort kauften wir ein.
Um ca. 17:00 Uhr kamen wir auf dem CP an.
Die Dame an der Rezeption war sehr nett. Wir durften uns einen Platz aussuchen.

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Die Parzellen sind sehr klein, für einen Wohnwagen mit Vorzelt würde der Platz wohl kaum ausreichen. Die sanitären Anlagen sind ziemlich neu.
Die Attraktion an diesem Küstenabschnitt, ist der Playa de las Catedrales. Bei Ebbe erscheinen bizarr geformte Felsen mit Höhlen oder Bögen durch die man hindurch gehen kann.
In der Rezeption hing ein Zeitplan auf dem die Ebbe Zeiten aufgelistet waren. Danach war es ab 18:30 wieder soweit.
Wir suchten uns eine Parzelle aus, parkten das Womo ein und holten den Roller vom Anhänger.
Die Catedrales sind ca. 5 KM vom Platz entfernt. Vor Ort befindet sich ein Parkplatz, dort parkten wir den Roller. Von dort kommt man bequem über eine Treppe an den Strand.

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Wir hatten Schuhe an und mußten aufpassen, daß wir keine nassen Füße bekamen. Besser ist es, ohne Schuhe durch das Watt zu laufen um an alle Felsen heran zu kommen.
Vielleicht lässt das Wetter es morgen zu, barfuß zu laufen.
Nach der Exkursion durch das Watt, bekamen wir Hunger. Wir suchten ein Restaurant oder eine Bar, wo man eine Kleinigkeit essen kann. Das war gar nicht so einfach, es ist wohl noch keine Saison, alles war geschlossen, oder sah nicht gerade einladend aus.
In Barreiros fanden wir nichts, in Richtung Strand war ein Hinweisschild für ein Restaurant, dort fuhren wir hin. Das war aber auch geschlossen, gegenüber war aber eine Bar, in der man auch essen konnte. 
Wir hatten hunger und wollten endlich etwas essen. Das Essen dort war nicht schlecht und wir wurden satt. Danach fuhren wir zurück zum CP.

4.6.

Es war bewölkt, aber trocken.
Am späten Vormittag machten wir bei auflaufenden Wasser noch schnell einen Spaziergang am Strand, bevor er ganz mit Wasser bedeckt wurde. Wieder zurück auf dem CP überlegten wir uns, ob wir noch eine Tour mit dem Roller unternehmen.
Wenn die Sonne nicht scheint, es nicht gerade warm ist und es nach Regen aussieht, hat man eigentlich keine Große Lust dazu. Aber wir wollten noch einen Ausflug zur nördlichsten Spitze Spaniens machen, zum
Punta da Estaca de Bares.
Wir machten uns also auf den Weg. Wir waren nicht lange unterwegs, da fing es an zu regnen. Zum Glück hatten wir unsere wasserdichten Motorradhosen dabei. Wir zogen sie an und fuhren weiter, immer an der Küste entlang, über Foz, Burela und Viveiro.
Der Regen hielt zum Glück nicht lange an.
Bei Porto do Barqueiro bogen wir ab, Richtung Bares.
Auf dem Parkplatz am Leuchtturm stellten wir den Roller ab. Da hatten wir ca. 65 KM zurückgelegt.

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Am Turm vorbei führt ein Pfad zur nördlichsten Felsspitze. Als wir dort ankamen, begann es zu regnen. Ich hatte mir diesen Ort sehr stürmisch vorgestellt, aber es war fast windstill.
Wir gingen wieder zum Roller zurück und fuhren den Berg hinab nach Porto de Bares. Dort kehrten wir in einem Restaurant ein und aßen Paella.

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Die Sonne ließ sich sogar blicken.
Nach dem Essen spazierten wir noch kurz am Strand entlang und machten ein paar Fotos. Danach begaben wir uns wieder auf den Rückweg, durch herrlich duftende Eukalyptuswälder.

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Richtung Barreiros hingen die Wolken immer tiefer und es wurde immer dunkler. Es begann wieder zu nieseln.
Mir war kalt und mein Entschluß steht fest, ich werde heute nicht mehr barfuß zwischen den Catedralen hindurch laufen.
Wieder auf dem CP angekommen, kochte ich uns erst einmal Tee zum Aufwärmen. Dann begann es richtig zu Regnen. Wie gut, daß wir zu hause waren.

5.6.

Als wir aufstanden schien die Sonne.
Nach dem Frühstück verluden wir den Roller und machten das Womo startklar. Unser nächstes Ziel ist der westlichste Punkt Spaniens, das
Cabo Finisterre.
Wir fuhren wieder auf die E70. Ab Barreiros ist die A8 noch nicht fertig gestellt. Wir mußten auf der alten E70 fahren. Der Straßenbelag war sehr schlecht. Gerd hatte den Roller aber gut befestigt, Schlaglöcher machten ihm nichts aus.
Ab Vilalba konnten wir dann wieder auf ein neues Teilstück der A8.
Sie führt auf die A6 Madrid-La Curuna. Wir fuhren die A6 bis zum Ende, dann auf die gebührenpflichtige AG55 Richtung Carballo, dort endet die Autobahn und geht in die 552 nach Finisterre über. Für das Stück Autobahn mußten wir 1,70€ zahlen.
In Cee verließen wir die 552 und fuhren Richtung Fisterra. Hinter dem Ort Corcubion, in Estorde, befindet sich der
CP Ruta Finisterre.
Auch hier war es wieder sehr leer und wir durften uns einen Platz aussuchen.

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Schnell hatten wir Strom angeschlossen, Markise raus gefahren und den Roller abgeladen.
Wir hatten Hunger. Das CP Restaurant hatte geschlossen, aber gegenüber am Strand war auch ein Restaurant.
So wie wir waren, Jeans, Shirt und Turnschuhe, begaben wir uns dort hin. Es war ganz leer und sah sehr nobel aus, es hatte 3 Sterne.
Ich meinte, daß wir uns wohl erst fein machen müßten, Gerd war aber nicht meiner Meinung. Wir gingen hinein und fragten ob es zu dieser Zeit etwas zu essen gibt. Ja gibt es. Wir nahmen einen Tisch am Fenster mit Blick auf das Meer.
Dann bekamen wir die Speisekarte. Ja, nobel, nobel, auch die Preise.
Wir bestellten uns jeder ein Entrecote. Wir bekamen etwas Brot und einen kleinen kostenlosen Snack, 5 kleine, lecker gebackene Tintenfische.
Dann kam das Hauptgericht. Ein großes und ca. 3cm dickes Stück Fleisch, als Beilagen etwas gemischten Salat, geröstete Paprika und Pommes. Das Fleisch war genau richtig, medium, und super zart. Wir waren sehr zufrieden mit dem Essen.
Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang bei Ebbe am Strand. Wir haben viele schöne Muscheln gefunden, Gerd hat sogar eine richtig große Jacobsmuschel gefunden.

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Estorde

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6.6.

Als wir morgens wach wurden, regnete es, hörte aber bald wieder auf. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Cee zum Einkaufen.
In der Fischabteilung des Eroski kauften wir uns frische Lachssteaks.
Den Rückweg wollte Gerd nicht einfach über die Hauptstraße nehmen, sondern er bog ab und meinte dort geht es auch zurück zum CP.
Wir fuhren durch den Wald, auf den Berg und hatten uns natürlich verfahren, jedenfalls erschien auf den Hinweisschildern nicht der Name von dem Ort, wo wir hin mußten.
Aber ein Schild sagte uns etwas, nach Finisterra, da wollten wir sowieso hin, also fuhren wir in die Richtung.
Es begann wieder heftig zu regnen.

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Am Faro (Leuchtturm) von Finisterra ist das Ende der Welt, dachten jedenfalls die Spanier vor Columbus.
Dort endet auch (inoffiziell) der Jacobsweg (Camino de Santiago).
Für viele Pilger endet er in Santiago de Compostela, der Hauptstadt von Galicien. Die Pilger, die bis Finisterra gehen, verbrennen dort hinter dem Leuchtturm Teile ihrer Pilgerkleidung.

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Als wir dort ankamen, hat der Regen wieder aufgehört. Es waren viele Touristen da, aber wenige echte Pilger.
Man sieht den Menschen an, ob sie den ganzen Weg zurückgelegt haben, oder nur einen Teil, oder mit einem Fahrzeug an diesen Ort gelangt sind. Wir machten uns diesmal über die Hauptstraße auf den Rückweg.
Auf dem CP angekommen verstauten wir erst einmal den Lachs im Kühlschrank.
Danach machten wir uns wieder auf den Weg. Jetzt aber in die andere Richtung, die Küstenstraße nach Süden, bis Muros.
Unterwegs wollten wir irgendwo einkehren und Tapas essen. Die Straße führt durch viele kleine Orte immer am Wasser entlang. Erst dachten wir, daß wir keine Bar finden, die Orte waren alle so verlassen. In vielen Häusern waren die Rolläden herunter gelassen.
Aber in San Francisco, kurz vor Muros, fanden wir eine Tapas Bar. Das Essen war sehr lecker. Frisch gestärkt fuhren wir noch bis Muros. Ein hübscher, kleiner Fischerort.

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Das Wetter war aber nicht so besonders und wir machten uns auf den Rückweg.
In Galicien wird die Landschaft von vielen, aus Stein gebauten und auf Säulen stehenden Getreidespeichern, den
Horreos, geprägt. Solch einen wollte ich unbedingt noch fotografieren.
Irgendwo in unseren Reiseunterlagen hatte ich ein Bild von einem besonders langem Exemplar gesehen.
Wir fuhren durch den Ort Carnota. Dort sah ich ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Horreo de Carnota“. Plötzlich fiel es mir ein, diese Getreidespeicher heißen doch „Horreo“, und wenn dafür extra ein Schild an der Straße steht, muß es doch wohl etwas Besonderes sein.
Ich tippte Gerd auf die Schulter, damit er anhält. Wir kehrten um und fuhren durch eine kleine Gasse in Richtung Kirche.

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Vor der Kirche ein kleiner Horreo

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Gegenüber der Große

Und dort stand er, ein besonders langes Exemplar von Horreo! Ich machte ein paar Fotos, dann setzten wir unsere Fahrt fort.
Gerd mußte immer mal wieder anhalten, damit ich Fotos machen konnte. Es war aber immer noch bedeckt, also kein gutes Foto Wetter.
Während solch einer Pause wurde Gerd von einem Mann angesprochen, der seinen kleinen Dackel ausführte. Der Roller mit den 2 Rädern vorne zog doch immer wieder interessierte Blicke auf sich. Gerd gab bereitwillig Auskunft und beantwortete seine Fragen.
Als ich zurück kam hatte ich noch meinen Helm auf, darüber regte sich der Hund auf, schaute mich ganz ängstlich an und fing fürchterlich an zu bellen. Ich nahm meinen Helm ab, aber der Hund schaute mich immer noch ganz skeptisch an. Der Mann beruhigte ihn und sagte immer „Teufel“. Ja, der Hund hat einen deutschen Namen sagte er ganz stolz. Na, ja, ich würde mein Haustier nicht gerade Teufel nennen.
Er erzählte uns, daß es morgen den ganzen Tag regnen soll.
Nach der netten Unterhaltung wünschte er uns noch eine gute Reise, und wir machten uns wieder auf den Weg.
Kurz vor dem CP war auf einmal blauer Himmel und Sonnenschein.
Gerd fragte mich, ob wir nicht noch einmal nach Finisterre wollten um alles noch einmal bei schönem Wetter zu fotografieren. Ich konnte zwar bald nicht mehr sitzen, aber das kleine Stückchen schaffe ich wohl noch.
Dort angekommen, konnte ich alles noch einmal bei Sonnenschein fotografieren.

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Kleider Verbrennung

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Auch ein Pilger?

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Cabo Finisterre

Zurück auf dem CP befestigte Gerd den Roller wieder auf dem Anhänger und ich bereitete den Lachs und einen Salat zu.
Zeitgleich waren wir fertig.
Nach dem Essen schaute ich noch kurz in den HB-Atlas „Nordspanien“. In dem Kapitel Galicien fand ich das Foto von diesem besonders langem Getreidespeicher, darunter stand „Bei Carnota steht ein besonders langer Getreidespeicher“. Ja, das war sogar der, den ich fotografiert hatte.
Man sollte also doch immer noch einmal in seine Reiseunterlagen schauen, bevor man los fährt. Aber wer macht das schon. Morgen fahren wir nach Santiago de Compostela.

7.6.

Nach Santiago de Compostela sind es nur ca. 80 KM.
Wir fuhren ganz gemütlich über die Landstraße.
Unterwegs begann es heftig zu regnen und hörte nicht mehr auf.
Unser Navi führte uns sicher zu dem
CP As Cancelas, der sich direkt in der Stadt befindet, 2 KM von der Kathedrale entfernt.
Wir durften uns einen Platz aussuchen.
Es regnete. Ab 15:00 kam noch ein heftiger Wind dazu.
Wir machten es uns in unserem Womo gemütlich, und unternahmen nichts mehr. Der Mann mit dem Teufel hatte Recht.

8.6.

Es hat die ganze Nacht geregnet und heftig gestürmt.
Dementsprechend schlecht haben wir geschlafen.
13 Grad. Um 12:00 Uhr wollten wir in der Kathedrale an der Messe teilnehmen. Wir zogen unsere Regenjacken an und machten uns auf den Weg.

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In dem Prospekt des CP´s war ein Stadtplan, so fanden wir uns gut zurecht.
Es regnete immer noch. Um 11:15 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht.



Es waren noch viele Plätze frei. Wir setzten uns und warteten.
Um 11:45 Uhr begann eine Nonne die Anwesenden mit Gesangsübungen auf die Messe einzustimmen. Wenn sie zufrieden war, sagte sie immer „muy bien“ (sehr gut). Es waren einfache Tonfolgen, die man gut mit singen konnte.
Zu Beginn der Messe wurden die anwesenden Pilger erwähnt, es war auch einer aus Hamburg dabei, und viele andere aus aller Welt.
Nach ca. einer Stunde war die Messe vorüber.
Der übergroße Weihrauchkessel ( Botafumeiro ) wurde heute leider nicht durch die Kathedrale geschwenkt.

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Als wir die Kathedrale verließen, schien die Sonne.

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Neben der Kathedrale befindet sich da älteste Hotel der Welt "Hotel Parador de los Reys Catolicos"

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Wir schauten uns noch die kleinen Gassen in der Altstadt an. Dort gibt es Souvenir Geschäfte und viele Restaurants und Tapas Bars. Wir hatten aber noch keinen Hunger und kehrten dort nicht ein.

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Das einzige noch erhaltene Stadttor

Wir machten uns auf den Weg in das Einkaufszentrum. Wir kauften uns Lammsteaks.
Von dort war es nicht weit zum CP aber es ging steil bergauf.
Als wir die Tür von unserem Womo öffneten und hinein gingen, begann es wieder zu schütten. Da haben wir aber Glück gehabt.
Wir bereiteten uns ein leckeres Essen zu, jetzt hatten wir auch richtig Hunger, und machten uns einen gemütlichen Abend.
Es stürmte und regnete immer noch bei 13 Grad.

9.6.

Weiter geht die Reise.
Auf der N540 Richtung Lugo, dann auf die A6 Richtung Madrid.
Wir wollten zu den Las Medulas in der Nähe von Ponferrada.
Gerd hat den
CP El Bierzo in Villamartin de la Abadia ausgesucht. Als wir dort ankamen, standen gerade mal 2 Wohnwagen auf der großen Wiese. Wir durften uns auch hier wieder einen Platz aussuchen.

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Wir fragten in der Rezeption, wo man gut essen kann, das Restaurant auf dem Platz war geschlossen. Die Dame sagte uns, daß an der Landstraße ein Hotel ist, wo auch die Fernfahrer immer einkehren, es sollte gut und günstig sein.
Es hat schon lange nicht mehr geregnet.
Nachdem wir unser Womo geparkt und Strom angeschlossen hatten, machten wir uns auf den Weg, um das Restaurant zu suchen.
Wir gingen durch den kleinen verschlafenen Ort zur Landstraße, dort sahen wir schon von weitem den Schriftzug „Hotel, Bar, Restaurant Villamartin“ , ja das war das Restaurant welches die Frau an der Rezeption erwähnte.
Wir gingen hinein und fragten, ob es noch etwas zu essen gibt.
Es war 16:30 Uhr, die Kellnerin sagte uns, daß es jetzt nichts warmes mehr gibt. Wir sagten, daß wir ganz großen Hunger haben. Sie ging in die Küche und fragte nach. Danach durften wir in den Comedor (Speisesaal) gehen und uns einen Platz aussuchen.
Wir bekamen noch die Reste aus der Küche, als Vorspeise eine Kartoffelsuppe mit großen Speckstücken, als Hauptgericht eine kleine Schweinshaxe ohne Fett und Kruste, zum Nachtisch wählten wir ein Stück Kuchen mit Frischkäse und Erdbeergelee, dazu Vino de Casa und Cafe Cortado, das Ganze für 22€.
Dafür, daß es nichts mehr gab, war es aber reichlich.
Wir fragten, ab wann es Abendessen gibt, ab 20:30 Uhr, dann kommen wir morgen abend wieder.
Gesättigt machten wir uns auf den Rückweg.

Auf dem CP angekommen, wollten wir noch den Roller vom Anhänger holen, aber dazu kamen wir nicht mehr, es begann wieder heftig zu regnen und hörte an diesem Tag nicht mehr auf.

10.6.
Am frühen Morgen regnete es immer noch. 14 Grad. Laut Wetterbericht sollte es aber besser werden. Als wir aufstanden, regnete es nicht mehr. Nach dem Frühstück holten wir den Roller vom Anhänger. Dann machten wir uns auf den Weg zu den

Las Medulas am gleichnamigen Ort. Dort haben vor 2000 Jahren die Römer Gold abgebaut und danach diese Gesteinsformationen hinterlassen.
Es hat zwar nicht mehr geregnet, aber es war immer noch bedeckt und die Sonne hatte keine Chance.
Wir stellten den Roller auf dem Parkplatz ab und wanderten zu Fuß
weiter. Erst ging es durch den Ort, wo sich ein Hund zu uns gesellte.

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Wir folgten dem Weg zum Mirador de Orellan, den wir nach ca. 2,5 Std. erreichten.

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Dort waren spanische und deutsche Touristen, wir wurden gefragt, ob der Hund zu uns gehört. Wir verneinten und erzählten die Geschichte, das fanden alle recht amüsant. Es waren viele Leute dort, aber als wir uns wieder auf den Rückweg machten, ging er wieder bei Fuß.
Wir entschieden uns für einen kleinen Wanderweg durch den Wald, den der Hund auch nehmen wollte. Wir dachten uns, daß er den Weg nach hause wohl kennen muß.
Wir erreichten tatsächlich den Ort, wo wir auch los gegangen sind.

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Wir kamen an einem Haus vorbei, wo ein Mann auf der Terrasse gerade am Essen war. Er begrüßte uns und auch den Hund. Wir fragten ihn, ob er ihn kennt. Ja, natürlich, er gehört seinem Freund Lukas und wenn er gerade beim Essen ist, bekommt der Hund etwas ab. Sagte es und warf ihm einen Knochen zu. Er geht immer mit fremden Leuten auf Wanderschaft. 
Wir dachten, daß wir ihn nun los sind, nach ca 3 Stunden, aber nein, er lief weiter hinter uns her, bis zu der Straße, in der er wohnte. Dort blieb er stehen und wir konnten alleine zum Parkplatz gehen. Wir sahen ihn nicht wieder.
Auf dem Weg zum CP haben wir uns erst einmal verfahren, aber die Landschaft ist so schön, daß es uns nichts ausmachte. Wir kehrten um und fanden dann wieder zurück zum CP.
Es wurde etwas wärmer und die Sonne ließ sich ab und zu mal blicken. Wir fuhren noch nach Ponferrada um einzukaufen. Wir fanden ein großes Einkaufszentrum mit einem riesigen Carrefour, wo die Angestellten mit Rollschuhen durch den Markt laufen, weil die Wege so weit sind.
Nach dem Einkauf wollten wir uns noch die Altstadt anschauen. Mit dem Roller ist es sehr praktisch, man kann immer Richtung Zentrum fahren, ohne Angst haben zu müssen, daß es irgendwann zu eng wird. Ponferrada hat eine schöne und sehenswerte Altstadt und eine gut erhaltene Templerfestung.

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Die Festung

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Das Rathaus

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Es war schon spät und wir mußten wieder zurück, weil wir ja noch einmal zum Restaurant Villamartin wollten.
Wieder zurück auf dem CP befestigten wir den Roller auf dem Anhänger, gingen unter die Dusche und machten uns landfein.
Wir aßen Menü, Fischsuppe, Schweinenacken mit Soße und Pommes, einen köstlichen hausgemachten Flan, Kaffee, Wein und Wasser wieder für 22€.
Morgen fahren wir Richtung Süd Osten, dort soll es sonniger und auch wärmer sein.

11.6.

Der Morgen begann mit Sonnenschein und beim Frühstück waren es schon 17Grad.
Wir fuhren auf die A6 Richtung Madrid.
Es ist eine ganz neu ausgebaute kostenfreie Autovia.
Wir verließen das grüne Spanien und kamen nach Castillia-Leon. In der Provinz Zamora fuhren wir durch weites, flaches Korn und Ackerland. In der Provinz Valladolid wurde es wieder etwas grüner und hügeliger. Aber auf alle Fälle wurde es wärmer!
Unser nächstes Ziel ist der Parque Natural de Hoces del Rio Duraton. Der Duraton ist ein Fluß, der durch eine schöne Landschaft fließt und eine beeindruckende Schlucht geformt hat.
Es gibt einen CP in Cantalejo und in Riaza. Wir entschieden uns für Cantalejo, weil dieser dichter am Naturpark ist. Vorher wollte ich aber noch in Coca halt machen. Dort steht eine mächtige Burg, wie aus 1001 Nacht, erbaut im 15. Jahrhundert von Erzbischof Aloso de Fonseca.
Zu diesem Ort führen nur Straßen, die auf unserer Karte mit einem schmalen Strich markiert waren, also sehr schmale Straßen. Aber es war eine sehr reizvolle Landschaft, Kiefernwälder wechselten sich ab mit Feldern und Wiesen.

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Als wir in Coca ankamen, zeigte unser Thermometer 31 Grad an. Puh, was für ein Temperaturwechsel!
Wir schauten uns die Burg an, aßen etwas und fuhren weiter durch diese schöne Landschaft und durch viele kleine Ortschaften mit Kopfsteinpflaster. Da mußte man besonders langsam und vorsichtig fahren, damit der Roller nicht vom Anhänger fällt.
In Cantalejo war der
CP Hoces del Duraton nicht ausgeschildert, wir mußten also suchen und uns durchfragen.
Am Ortsausgang gegenüber des Fußballstadions fanden wir ihn endlich. Wie wir feststellten, war es gar kein CP für Touristen mit Wohnwagen oder Wohnmobil, er war eher vorgesehen für Abenteurer und Zelttouristen.
Irgendwie sagte es uns hier nicht zu. Brot gibt es hier auch nicht zum Frühstück. Wir gingen in den Ort und fanden einen Supermarkt, wo wir uns Brot und Wasser kauften.
Ab 20:00Uhr gab im Restaurant auf dem Platz etwas essbares, wir probierten es, aber fanden es nicht so toll, die Calamares schmeckten irgendwie komisch. Zurück im Womo desinfizierten wir uns erst einmal mit Veterano Osborne von innen. Es ist jetzt 23:00Uhr und noch 26Grad! Wir werden morgen weiter auf den CP nach Riaza fahren.

12.6.

Um kurz nach 10:00Uhr waren wir schon wieder unterwegs.
Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.
Dieses wird wohl die kürzeste Etappe sein, ca. 40Km. Die Straßen, die wir fahren mußten, waren in einem schlechten Zustand.
Ca. 11.00 Uhr kamen wir auf dem
CP Riaza an.

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Auch hier durften wir uns wieder einen Platz aussuchen. Schnell hatten wir alles aufgebaut, danach erst einmal duschen. Die sanitären Anlagen auf diesem Platz sind bisher die Besten, die wir auf dieser Reise erlebt haben.
Unser Ausflugsziel hier ist der Parque Natural de Hoces del Rio Duraton. Hier wollten wir schon seit Jahren hin, aber es paßte dann zeitlich oder örtlich nicht.
Mit dem Roller machten wir uns auf den Weg. Erst einmal nach Sepulveda.
Dort steuerten wir den Parkplatz am Randes des Naturparks an.
An der Hinweistafel wurden wir von einem Parkranger empfangen. Er sagte uns welche Regionen nicht betreten werden dürfen und zeigte uns auf der Tafel, wo wir hinfahren sollten. Über Villaseca zur Ermita de San Frutos, dort soll man den Besten Blick auf die Schlucht haben.
Wir fuhren auf einer schmalen Straße erst oberhalb der Schlucht, dann hinunter, über den noch nicht gestauten Fluß und wieder hinauf.
Bis Villaseca kamen wir auf einer asphaltierten Straße gut voran, aber dann mußten wir das letzte Stück auf einer staubigen Schotterpiste zurücklegen.
Aber der Weg hat sich gelohnt.

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Hier ahnt man noch nicht, was einen erwartet

Als wir am Rande der Schlucht standen und auf den grün schimmernden Fluß schauten packte uns die gleiche Faszination wie damals, als wir über den Grand Canyon schauten.

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Blick auf die Ermita de San Frutos

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In der kleinen Kapelle suchten wir erst einmal Schatten, es war inzwischen unerträglich heiß.
Drinnen saß ein älterer Herr, der Souvenirs verkaufte. Er zeigte uns die Kapelle, wir konnten ihn aber sehr schlecht verstehen, dabei sind wir doch jetzt in Castillien, wo man hochspanisch spricht, aber doch wohl nicht alle.
Der Rückweg zum Parkplatz ging nur bergauf. Ich hatte furchtbaren Durst und mir war sehr warm und ich kam nur noch langsam voran. Ich versuchte auch noch einige Fotos von den über mir kreisenden Geiern zu machen, aber das ist mir nicht so gut gelungen.

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Wieder zurück beim Roller, holten wir erst einmal die Wasserflasche aus der Box. Das Wasser war warm, die Temperaturanzeige des Rollers zeigte 35 Grad. Puh, vor ein paar Tagen froren wir noch bei 13 Grad!
In Villaseca gibt es eine Bar, dort löschten wir unseren Durst mit eisgekühlter Cola light.
Dann machten wir uns auf den Rückweg.
Beim Womo angekommen, zogen wir uns erst einmal luftige Kleidung an und setzten uns in den Schatten unserer Markise. Ich wollte uns heute nur einfach Nudeln mit Soße machen, aber Gerd meinte, daß wir doch in das CP Restaurant gehen könnten. Das machten wir auch. Wir waren hinterher zwar sehr satt, aber für die Qualität war es dort einfach zu teuer.
Als es schon fast dunkel war, der Himmel leuchtete noch rot vom Sonnenuntergang, machten wir noch einen kleinen Spaziergang bei Froschgequake und Heimchenzirpen.
Hier endet nun unsere geplante Rundreise.
Ab morgen soll es Gewitter geben und in ganz Spanien regnen. Ach nee, nicht schon wieder!

13.6.

Nach dem Frühstück gingen wir zu Fuß in den Ort Riaza. Dort wollten wir uns etwas umschauen. Als wir gestern mit dem Roller hindurch fuhren um einen Geldautomaten zu finden, machte der Ort einen sehr netten Eindruck.
Da Gerd morgens mit einem dicken Auge aufwachte, suchten wir erst einmal eine Apotheke, wir kamen auch an einer Notfallambulanz vorbei, aber da wollte Gerd nicht hin, weil er Angst hatte, daß wir lange warten müssen.
Die Apothekerin schickte uns aber genau dort hin. Ohne daß ein Arzt sich das Auge angesehen hat, wollte sie uns keine Medikamente verkaufen. Wir gingen also zurück in die Notaufnahme.
Wir mußten gar nicht warten. Die Ärztin und eine Helferin schauten sich das Auge an und verschrieben Gerd Tropfen und Salbe. Als er fragte, wie viel er zahlen muß, sagte die Ärztin: gar nichts, das war gratis. Da haben wir uns gefreut, und uns herzlich bedankt für den netten Service.
Mit dem Rezept gingen wir zurück in die Apotheke und bekamen dann die Medikamente.
Danach machten wir noch einen Rundgang durch die Altstadt. Sie wimmelte nur so von Touristen, es ist Wochenende und die Menschen aus den umliegenden Städten machten ihren Wochenendausflug.

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Spanferkel für zwei Personen

Es war wieder sehr heiß. Wir tranken in einer Bar eisgekühlte Cola light. Danach gingen wir wieder zum CP. Ich machte den Vorschlag, mit dem Roller einen Ausflug in die Berge, zu deren Füßen wir uns befanden, zu unternehmen.
Es sollte heute noch Gewitter geben, aber jetzt war das Wetter noch schön. Also schwangen wir uns auf den Roller und fuhren los.
Von Riaza in Richtung Riofrio, an dem Ort vorbei zum Paß.
Eine wunderschöne Strecke. Von oben hatten wir einen tollen Ausblick.

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Wir fuhren wieder hinunter.
Unterwegs hatten wir irgendwo an der Straße ein Warnschild für frei laufende Kühe gesehen. Dieses sollte man in Spanien auch ernst nehmen. Plötzlich standen 4 Kühe am Straßenrand. Vorsichtig fuhr Gerd an ihnen vorbei und fragte noch ob ich sie fotografieren will. Bloß nicht, nichts wie weg, sie schauten so grimmig.
Wieder auf dem CP angekommen, fuhr Gerd den Roller gleich auf den Anhänger und befestigte ihn wieder gut.
Langsam sah man schon die Gewitterwolken aufziehen. Wir packten auch gleich Tisch und Stühle weg und fuhren die Markise ein.
Gerade als wir mit allem fertig waren, brach das Gewitter los, mit ca. 2cm großen Hagelkörnern. Das prasselte ganz schön laut auf dem Dach.
So schnell wie es gekommen war, so schnell war es auch wieder abgezogen. Es wird aber bestimmt nicht das letzte für heute sein. Morgen fahren wir Richtung Zaragoza und von dort aus nach Pals.

14.6.

Wir hatten es nicht eilig, nach Zaragoza sind es nur ca. 300Km. Um 11:15 Uhr verließen wir den CP.
Gerd hat als Ziel „Pals“ in das Navi eingetippt. Im Display wurde die Ankunftszeit mit 18:50 Uhr angegeben. Das würde bedeuten, daß wir inklusive 1 Std. Pause, pünktlich zur Essenszeit in Pals sein könnten.
Das klang verlockend, zumal wir für einen Städte Besuch nicht die entsprechende Motivation hatten.
Heute ist Sonntag und die Straßen sind leer. Nach dem Gewitter war es noch bewölkt und nicht mehr so heiß, also optimale Reisebedingungen. Wir fuhren auf der N 110 und N 122 Richtung Soria.
Diese Strecke ist landschaftlich sehr beeindruckend, wir fühlten uns
zeitweilig an unsere USA Reise erinnert.
Wir passierten gut erhaltene alte Dörfer. Am eindrucksvollsten war das Dorf San Esteban de Gormaz, wo viele kleine Häuser an einer steilen
Felswand gebaut waren.
Als wir auf der N 122 von Castillien nach Aragon kamen, wurde aus der gut befahrbaren Landstraße eine Schlagloch Piste. Eine neue Straße ist aber im Bau.
Dann sind wir bis Zaragoza ein Stück Autobahn (AP68) gefahren und mußten gleich 4€ löhnen.
Wir verließen die AP 68 und fuhren auf die N II, die verläuft parallel zur AP und ist kostenlos.
Östlich von Zaragoza waren wir auf einmal in einer wüsten ähnlichen Landschaft und es wurde unerträglich heiß. Unser Thermometer
zeigte 43 Grad an. Wenn man die Hand aus dem Fenster in den Fahrtwind hielt, fühlte es sich an wie Luft aus einem Fön.
Bei Fraga fuhren wir auf die A2, an Lleida vorbei.
Erst als wir bei Cervera auf die C25 fuhren, wurde es wieder grüner und kühler. Ab Vic führt die Straße durch
das Montseny, eine schöne gebirgige und grüne Landschaft, dann immer bergab Richtung Costa Brava.
Von Girona aus Richtung Palamos und nach 10 Std. Fahrt durch tolle Landschaften kamen wir in Pals um 21:00 Uhr an. Wir durften unser Womo erst einmal irgendwo hin stellen, weil die Rezeption schon
geschlossen hatte. Wir haben nur schnell eingeparkt und sind dann zu Carmen und Miguel in das CP Restaurant gegangen und haben noch leckere Tapas bekommen.

15.6. – 23.6. in Pals

In dieser Woche werde ich kein ausführliches Tagebuch mehr schreiben. Am Strand liegen und über Wochenmärkte bummeln ist ja nichts besonderes.
Eine große Tour wollen wir aber noch unternehmen.
Wir kennen jetzt den nördlichsten, den westlichsten und den südlichsten Punkt Spaniens. Letzteren besuchten wir auf unserer Andalusien Rundreise vor 2 Jahren. Jetzt fehlt uns nur noch der östlichste
Punkt und das ist Cap de Creus, ganz in der Nähe von Playa de Pals. Darüber werde ich berichten.

17.6.

Heute machen wir unsere Tour nach
Cap de Creus. Das Wetter ist schön. Wir starteten aber nicht gleich am frühen Morgen, weil die Sonne ja im Osten aufgeht und das Cap auch in die Richtung zeigt, müsste ich die Fotos gegen die Sonne machen. Also fuhren wir erst am späten Vormittag los, Richtung Roses über L´Escala und Sant Pere de Pescador über kleine Landstraßen. In Roses angekommen, fuhren wir in Richtung Canyelles und L´Almadrava. Von dort aus ist auf unserer Karte eine Straße zum Cap eingezeichnet. Wir kamen aber nicht weit, da endete die Straße in einer Sandpiste. Die wollten wir aber nicht fahren, deshalb kehrten wir um.

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Bei Canyelles

In Roses sahen wir ein Schild mit der Aufschrift „Parc Natural Cap de Creus“. Schön, das ist doch unser Ziel. Also fuhren wir in die Richtung. Eine schöne Straße am Berg mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und schöne Buchten. Wir kamen bis Montjoi, dort endete die Straße. Also, wieder zurück nach Roses. Dort nahmen wir die GI 614 nach Cadaques. Sie führt über einen Berg, von dem man einen tollen Ausblick über die Alt Emporda hat.

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In Cadaques angekommen, machten wir erst einmal eine Pause. Wir schlenderten am Hafen entlang und fotografierten.

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Cadaques, hier wirkte Salvador Dali

In einer Bar stillten wir unseren kleinen Hunger mit etwas Tortilla. Nun war es schon 17:30 Uhr und wir waren immer noch nicht an unserem Ziel. Es war ausgeschildert und wir erreichten endlich das Cap de Creus. Man fuhr durch eine felsige Mondlandschaft direkt zum Leuchtturm.

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Dort befindet sich ein Parkplatz. Von dort kann man noch zu Fuß etwas weiter gehen. Die Sonne stand schon sehr tief und ich konnte schöne Fotos machen.

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Kaum zu glauben, daß dieser Ort im Mittelalter noch bewaldet war. Er wurde abgeholzt und nie wieder aufgeforstet.

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Das Cap de Creus
 
Zurück fuhren wir große Straßen, über Figueres auf die N II und die C 31. Kurz vor Pals bogen wir ab Richtung Peratallada und kehrten um 20:30 Uhr in unserem Lieblingsrestaurant, dem Can Bach, ein. Auf dem CP angekommen, hatten wir 197 Km mehr auf dem Tacho und ich konnte kaum noch sitzen. Aber es war ein schöner Ausflug. Von allen Himmelsrichtungen hat uns der östlichste Punkt Spaniens am besten gefallen.

18.6.

Ich habe im Meer gebadet! Es war ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit. Einfach toll!

20.6.

Am Abend machten wir einen Abstecher nach L´Escala um Angela und Oliver in ihrem Schmuckladen zu besuchen.
Auf dem Hinweg blies uns ein kräftiger Wind entgegen. Er kam von den Pyrenäen. Das wird doch wohl kein Tramuntana sein?!
Auf dem Rückweg kam er von hinten, ein komisches Gefühl, wenn man 90 fährt und den Fahtwind nicht spürt.

21.6.

Unsere Befürchtung hat sich bestätigt. Es weht der Tramuntana, das heißt aber auch klare Sicht und gutes Foto Wetter.
Unsere letzte Tour mit dem Roller führte uns nach Begur auf die Burg, von der man einen guten Blick über die Bucht und das Hinterland hat.

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Playa de Pals und Medes Inseln

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Baix Emporda

23.6.

Um 9:30 machten wir uns auf den Heimweg. Wir fuhren die altbekannte Strecke über Lyon, Mühlhausen bis Breisach zum Übernachten.

24.6.

A5 / A7 , Frankfurt, Kassel, Hannover. Um 20:00 kamen wir nach einer störungsfreien Fahrt in Norderstedt an.
Nach 6030 Womo Km und 1234 Roller Km ging eine eindrucksvolle Reise zu Ende.




 
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