Gerd-und-Iris
  Südfrankreich April Mai 2011
 

Südfrankreich 17.4. - 7.5.2011                             

Nach einer Schiffs- und einer Flugreise wollten wir doch auch mal wieder mit dem Wohnmobil verreisen. Mit im Gepäck der Motorroller. Wir wollen nach Südfrankreich und dort endlich einmal einen Abstecher zur Ardeche machen, nachdem wir über 30 Jahre auf unserem Weg nach Spanien immer daran vorbei gefahren sind. Danach folgen die Gorges von Daluis, Cians und Verdon.

17.4.2011
Nach der Abfahrt morgens um 10.00 Uhr rollte unser Wohni auf bekannten Wegen zielstrebig und ohne große Behinderungen nach Breisach, wo wir wieder am Rhein übernachteten. Gegenüber vom Stellplatz gibt es neben dem Minigolfplatz eine Grillhütte, die heute zum erstenmal seit wir dort Station machen geöffnet hatte.
Einige Gäste saßen noch im Freien, doch wir wollten in den Gastraum.
Dort spielten Männer türkischer Herkunft Karten. Im Fernsehen lief ein türkisches Programm, ähnlich wie früher unsere Samstagabend - Shows. Die Küche und das Personal kamen ebenfalls aus Anatolien. Soweit sind wir doch gar nicht gefahren...
Das Essen, Lammspieß mit Pommes und Salat schmeckte ausgezeichnet.

18.4.2011
Am nächsten Morgen brachte ein Bäcker frische Brötchen vorbei, so dass wir auf schottische Kost verzichten konnten.
Wir sind dann bei optimalem Reisewetter, blauem Himmel und angenehmen Temperaturen bis Montelimar auf der Autobahn gefahren. Von dort ging es über die Route de Nimes in Richtung Ardeche. Ziel war der Campingplatz Des Gorges in Sauze bei Saint Martin d´Ardeche.
Wir durften uns einen Platz aussuchen. Es ist Vorsaison und sowohl das Restaurant als auch der Supermarkt sind noch geschlossen.
Gerd hat den Roller abgeladen und ich habe derweil das Essen vorbereitet.
Nach dem Abendessen haben wir die nähere Umgebung erkundet und in einer kleinen Bar noch eine Gute Nacht Trunk zu uns genommen.

19.4.2011
Von Saint Martin führt die Panoramastraße, die D 290, immer am Canyon der Ardeche entlang. Wir sind der Straße mit dem Roller bergauf, bergab und durch viele Kurven gefolgt bis nach Vallon-Pont-d`Arc. Zwischendurch haben wir die Grotte de Madeleine besichtigt, für 8,50€ pro Person. Sie ist absolut sehenswert, mit imposanten Tropfsteinformationen in vielen verschiedenen Farben.



Zur Grotte führt eine schmale Strasse, aber der Parkplatz ist auch für Wohnmobile geeignet
.



Die Grotte wurde zufällig von einem Schäfer entdeckt, der ein verlorenes Schaaf suchte.
 


Von vielen Aussichtpunkten kann man einen Blick in die Schlucht und auf die Ardeche werfen.
In einem kleinen Restaurant nahe Vallon-Pont-d´Árc haben wir Plat du Jour für 9,50 Euro gegessen. Das war heute in Rotwein geschmortes Gulasch mit Pommes und Salat.
Weil wir am Nachmittag bessere Fotolichtverhältnisse erwarteten, haben wir die „Viewpoints“ oder „Balcons“ auf dem Rückweg angesteuert.



Der "Pont d´Arc", das Wahrzeichen der Ardèche.

Am Ende der Tour sind wir noch nach Saint Martin gefahren, um von dort über eine schmale Brücke nach Aigueze zu gelangen.



Dort steht erhaben auf dem Felsen in einem mittelalterlichen Ort eine alte Burg.




Auch von hier konnten wir noch einmal die Ardeche fotografieren. In einem Naturkostladen kauften wir uns Ziegenkäse und Rillettes de Canard (eine Art Schmalzfleisch) für das Abendessen.




Wir haben den Roller wieder auf den Anhänger verladen. Das geht mit der Elektrowinde ganz einfach und ohne Nervenkitzel wie sonst, wenn Gerd schwungvoll auf den Anhänger raufgefahren ist.

20.4.2011
Wo wir schon einmal so weit im Süden sind, können wir auch einen Abstecher nach Pals machen. Dort wollen wir die Ostertage verbringen. Wir fuhren über die RN86 Richtung Nimes, gemütlich durch kleine Ortschaften und viele Kreisverkehre. In Remoulins. fuhren wir auf die A9, wo es wesentlich schneller voran ging.
Nach fünfstündiger Fahrt kamen wir in Pals an. Manel aus der Anmeldung freute sich über unseren Besuch und begrüßte uns herzlich. Die Anmeldeprozedur ging super schnell, der Computer kennt uns ja schon. Unser Stammplatz 418 war auch frei, wir parkten ein und waren zu hause.
Abends gab es bei Carmen und Miquel ein reichhaltiges, leckeres Menü: Chipirones (kleine Tintenfische), Bacalao (Stockfisch) überbacken mit Knoblauchmayonaise und Gemüse und als Nachtisch kleine Krapfen mit Anis.
Um 21:30 begann das spanische Pokalfinale FC Barcelona gegen Real Madrid. Die Übertragung schauten wir uns zusammen mit vielen anderen in der Bar an. Das Spiel war aber nicht so packend, und dann hat Barcelona auch noch verloren, aber die Einheimischen trugen es mit Fassung.

21.4.2011
Das Wetter ist gut, Sonne und Wolken im Wechsel, aber etwas kühl. Wir zogen uns warm an und fuhren mit dem Roller nach L´Estartit, wo jeden Donnerstag ein großer Wochenmarkt stattfindet. Nach dem Marktbummel gönnten wir uns in einem Cafe´ einen Cortado und ein Wasser. Es ist mittlerweile sehr warm geworden.
Auf dem Rückweg schauten wir in Toroella de Montgri nach dem Weg, der zum Castell de Montgri hoch oben auf dem Berg führt. Weit kann man ihn nicht befahren, man muss noch eine knappe Stunde hinauf steigen. Das ist auch etwas, was wir schon seit 30 Jahren irgendwann mal in Angriff nehmen wollten.
Bei Carrefour kauften wir uns einen frischen Hahn für unser Abendessen.
Heute Nacht haben wir etwas ganz besonderes vor. Jedes Jahr findet in Verges am Gründonnerstag eine Aufführung mit anschließender Prozession durch den Ort statt.
„Danse de la Mort“: Der Totentanz. Das wollten wir uns schon vor vielen Jahren mit unseren Kindern anschauen. Damals gab es aber genau zu dieser Zeit heftige Gewitter, die uns darauf verzichten ließen.
Heute war es nun soweit, das Wetter war gut.
Die Aufführung, die um 22:00 Uhr beginnt, wollten wir uns nicht anschauen, die ist auf Catalan und das verstehen wir nicht. Die Prozession beginnt immer gegen Mitternacht. Da es nachts in dieser Jahreszeit immer noch recht kühl ist, zogen wir uns warm an und machten uns um 22:30 Uhr mit dem Roller auf den Weg. Es wurde doch empfindlich kalt im Fahrtwind. Gegen 23:00 Uhr kamen wir in Verges an. Wir fanden schnell einen Parkplatz und schlenderten durch den Ort.




Er war gespenstisch dunkel, die Straßenlaternen waren alle verhüllt und an den Hauswänden steckten Fackeln, die aber noch nicht entzündet waren. Die Wege zur Placa Major, wo die Aufführung stattfindet, waren abgesperrt. Wir suchten uns einen Platz an der Prozessionsstrecke und warteten gespannt, und warteten, und warteten und.........

Eigentlich hatte ich gar keine Lust mehr, ich fror und war müde. Endlich so gegen 1:00 Uhr wurden die Fackeln angezündet. Dann folgte die Prozession. Durch die mittlerweile eingetroffenen und drängelnden Menschenmassen konnte man kaum noch etwas sehen.




Bevor der Umzug zu Ende ging, machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz, um nicht im Stau zu stehen. Die Idee hatten andere auch....

Die Polizisten hatten gut zu tun, um den Verkehr zu regeln. Mit unserem Roller hatten wir aber keine Mühe den Parkplatz zu verlassen. Motorräder und Roller haben hier immer Vorfahrt.
Um 2:30 kamen wir am Campingplatz an. Den Roller mussten wir draußen neben der Einfahrt stehen lassen. Um diese Zeit darf man auch in Spanien nicht mehr mit einem Fahrzeug auf den Platz fahren.

22.4.2011
Wir haben erst einmal ausgeschlafen! Für heute war Regen angesagt, deshalb haben wir uns auch nichts vorgenommen. Jetzt ist es 15:00 Uhr und es hat zwei mal getröpfelt. Vielleicht kommt der große Regen ja noch. Es ist bedeckt, die Sonne hat sich heute noch nicht blicken lassen. Ich werde noch etwas Hausputz machen, was auf dieser kleinen Wohnfläche ja schnell erledigt ist. Am Abend kam dann der große Regen und er ging erst am nächsten morgen wieder.

23.4.2011
Heute haben wir einen Ausflug mit dem Roller zum „Can Bach“ gemacht und für den Abend einen Tisch reserviert.



Auf dem Rückweg kehrten wir noch in unserer „Stamm-Dunkelbier-Kneipe“, dem Can Bernabe in Masos de Pals, ein. Dort gibt es immer leckeres Dunkelbier vom Fass und dazu passt ein Schinkenbrot.

Es war ein erholsamer Tag mit weniger großen Unternehmungen.

24.4..2011
Heute am Sonntag ist in Palafrugell Markt und ich wollte mal schauen ob es dort Perlen aus Olivenholz gibt. Aber wie schon in Estartit: Fehlanzeige. Statt dessen habe ich mir eine Jacke gekauft und beim Schlachter gab es die richtigen Entrecots für das Abendessen.
Das wollten wir uns richtig verdienen und sind deshalb zum ersten Mal, seit wir hier Urlaub machen, zum Castell Montgri hinaufgestiegen.




300 Höhenmeter über mehr oder weniger bequeme Felswege. Man sollte sich feste Wanderschuhe anziehen.




Oben angekommen, bestätigte sich das, was bei Wikipedia schon zu lesen war, ausser vier hohen Wänden ist da nichts. Kein Restaurant, kein Imbiss und keine Toilette.




Das Wetter war gut zum Wandern aber nicht gut zum Fotografieren. Es hingen dunkle Wolken am Himmel. Aber es regnete aber nicht.
Wir stiegen eine schmale Wendeltreppe hoch, die zum Rundgang auf der Burgmauer führte.

 

L´Estartit/Islas Medas

Dort oben war ein Lehrer, der seiner Familie weismachen wollte, dass man bei klarer Sicht Gibraltar sehen könne. Das wollten die ihm nicht glauben. Aber als Gerd ihnen mit ernster Miene erklärte, dass dort drüben Mallorca ist und man bei blauem Himmel hinschauen kann, guckten die verdutzt. Das haben die ihm abgenommen...

Er hat aber dann doch gegrinst und zugegeben, dass das nicht stimmt. Da meinte der Lehrer nur, dass er sehr überzeugend war und  auch Lehrer sein müsse. Ja, ja...

25.4.2011
Es weht gelb - grüner Pinien Blütenstaub über den Campingplatz.
Alles ist wie gepudert. Wir flohen mit dem Roller in Richtung La Bisbal zu einem Trödelmarkt.




Viele tolle alte Sachen gibt es dort zu bestaunen, aber Gerd meinte immer: Das kriegen wir nicht mit! Anschließend folgten wir Wegweisern zu einer „Antik - Ausstellung“ im Ort, aber das schien eine exklusive Angelegenheit in der „Stadthalle“ zu sein. Darauf hatten wir keine Lust und so fuhren wir die Straße weiter, die sich plötzlich in einen Feldweg wandelte. Aber mit drei Rädern am Roller habe ich auf solchen Wegen auch keine Probleme mehr. Wir „irrten“ eine Weile durch die Landschaft bis wir irgendwann bei Ullastret wieder auf eine asphaltierte Straße gelangten.

Hier sind wir!? Das hatten wir nicht erwartet, wir hatten doch total die Orientierung verloren.
Nun ging es über kleine Dörfer im Hinterland zurück Richtung Pals.



Gualta/Blick zum Massiv Montgri mit Castell





In Torrent war heute ein „Mercado de Artesano“, wo Naturkost aus der Region und Kunsthandwerk feil geboten wurde.







Wir kauften uns leckeren Apfel- und Käsekuchen und kehrten zum Campingplatz zurück.
Heute abend haben wir uns noch einmal bei Carmen und Miquel angemeldet und morgen geht es auf den Campingplatz
Le Domaine du Crin Blanc nach Albaron bei Arles in der Carmarge.

26.4.2011
Was ist das für ein tolles Gefühl:
Wir haben in Pals gepackt, sind dann wie immer zwischen neun und diesmal um eins losgekommen und nach nur vier Stunden sagte uns das Navi: „ Sie haben ihr Ziel erreicht!“
Wir sind in der Carmargue, genauer in der Nähe von St. Gilles auf dem vorher im Internet ausgesuchten Campingplatz. Wir können uns eine Parzelle aussuchen. Und die sind hier riesig, bestimmt 120 Quadratmeter.




Direkt hinter unserem Wohnmobil graste eine Herde der typischen Camargue Stiere und einige weiße
Pferde.




Der Roller wird noch startklar gemacht und dann schauen wir Fußball: Schalke verliert gegen Manu.

27.4.2011
Unsere erste gemeinsame Urlaubsreise ins Ausland, abgesehen von den Butterfahrten nach Dänemark, führte uns im Jahr 1977 nach Les Saintes Maries de la Mer in der tiefsten Carmargue.
Wir wollten schon immer mal sehen, wie es dort heute ausschaut. Mit dem Roller schaffen wir die 30 km schnell und bequem.
Direkt am Ortseingang befindet sich ein großer Wohmobilstellplatz.
Dass es solch ein Touristenziel ist, hatten wir nicht im Gedächtnis. Damals standen wir vor dem einzigen? Restaurant und fanden 100 Franc pro Person für das Menü eine Menge Geld und ernährten uns statt dessen von Nudeln, Hot Dogs und Spaghetti.
Jetzt gibt es hier in den kleinen Gassen um die Kirche herum ein Restaurant neben dem anderen mit völlig normalen Preisen.




Auch die vielen Andenkenläden sind neu. Wir sind damals zwar auch durch die Gegend gelaufen, um einen Schlauch für unseren Gaskocher zu kaufen. Aber das waren damals andere Geschäfte.


Leider konnten wir heute nicht auf das Kirchendach. Zwischen 12:00 und 14.00 Uhr ist Mittagspause und es war gerade kurz nach 12:00 Uhr.




So fuhren wir etwa 80 km nach Arles, um uns dort ein wenig umzusehen.
Mittwochs ist Markt, aber leider nur bis 13 Uhr und so war die Stadtreinigung bereits dabei die Wege und Plätze zu säubern. Wir hätten unsere Aktivitäten in umgekehrter Reihenfolge in Angriff nehmen sollen.
Das antike römische Theater von Arles haben wir nur von aussen betrachtet. 6 Euro pro Person sind dann doch ein bißchen viel, zumal man sich alles von aussen durch den Zaun anschauen kann.


Die Arena (Amphitheater) ist noch sehr gut erhalten und zum Teil restauriert



Vor und nach dem Restaurieren.


Wir schlenderten durch den Ort und machten hier und dort ein paar Erinnerungsfotos.



Place de la République





Die Stadtmauer

Wir entdeckten auch das Cafe´de Nuit, welches Vincent van Gogh auf einem seiner Bilder verewigt hat.



Cafe´de Nuit

Auf dem Weg zum Campingplatz kauften wir uns an der Landstraße von einem Laden mit Produkten aus der Region frischen Spargel, Schinken und Erdbeeren und ließen den Tag mit einem köstlichen Abendessen ausklingen.

28.4.2011
Donnerstags ist in St. Gilles Markt, berichtet Gerd als er vom Brot holen zurück kommt. Also fahren wir nach dem Frühstück zunächst dorthin.
Zwar ähnelt der Markt denen in Spanien, aber wir fühlten uns dort überhaupt nicht wohl. Alles war etwas schmuddelig, dieser Markt gefiel uns nicht.




Aber Gerd hatte sich schon zu hause schlau gemacht, wo er hier in der Gegend einen richtigen Carrefour Supermarkt findet: In Beaucaire, und dort brachte er mich hin.

Ich weiß nicht was er an diesen Märkten findet, aber das ist für ihn wie Baumarkt...
Wir haben natürlich etwas zu essen gefunden. Entenbrust...

Danach sind wir nochmal nach St. Maries de la Mer gefahren. Vom Kirchendach aus ein paar Fotos machen, so wie damals...



Saintes Maries de la Mer ist die Hochburg des "Fahrenden Volkes" Hier lauern diese Damen den Touristen auf,




um ihnen beim Sortieren ihres Geldes zu "helfen".


Wir schlenderten noch etwas durch die kleinen Gassen, hier gibt es so viel zu sehen.
Ich habe dann doch noch Olivenholzperlen gefunden. Und wir gönnten uns als kleinen Snack einen Crepe.



Am Himmel zogen dunkle Wolken auf. Es sollte laut Vorhersage regnen, aber eigentlich nicht gewittern. Wir machten uns auf den Rückweg.
Unterwegs versuchten wir noch, ein paar Flamingos zu fotografieren.

 

Was uns aber nicht so gut gelang.




Dafür sind diese Bilder umso schöner geworden.
 
Auf dem Campingplatz angekommen, verlud Gerd den Roller auf dem Anhänger. Der Himmel wurde ganz dunkel und es begann zu tröpfeln, es donnerte auch ein paar mal, aber der große Regen blieb zum Glück aus.

Wird man doch an der Rezeption gemahnt auf die Lautsprecherdurchsagen zu achten und sich bei Überflutungsgefahr wegen starken Regens sofort und ohne umzudrehen zur Sammelstelle zu begeben!





29.4.2011
Es heißt Abschied nehmen, aber der Campingplatz Le Luberon  bei Apt wartet schon auf uns. Knapp 100 km Landstraße lagen vor uns. Kein großer Auftrag also.

Den Platz erreichen wir in der Mittagspause und die Schranke war geschlossen. Wir schauten uns die Anlage an und waren begeistert. Ein Park und die einzelnen Plätze unauffällig durch Bäume und Büsche getrennt. Toll!
Wir suchten uns eine Parzelle aus und als wir zur Rezeption zurückkehrten wurde für uns der Schlagbaum geöffnet und wir bezogen unser Quartier.



Nach Apt sind es knapp 5 Kilometer, aber im Tal. Und das bedeutet, dass man den Rückweg nur bergauf läuft. Deshalb nahmen wir den Roller, um den Ort zu erkunden.
Wir bummelten durch die Gassen der Altstadt. Die Restaurants hatten alle geschlossen. Es war halt nicht Essenszeit. Also mußten wir wieder selber kochen. Am Ortsrand gibt’s einen Supermarkt. Während wir unser Einkäufe tätigten, ging über Apt ein Gewitter herunter. Der Parkplatz stand fast 10 cm unter Wasser. Und dann fing es auch noch an zu Hageln.
Wir warteten den Schauer ab und als es etwas heller wurde, wagten wir den Rückweg. Keine fünf Minuten unterwegs, kehrte das Unwetter zurück. Platzregen, Hagel, das volle Programm. Wir hatten natürlich nicht die Regenhosen an und wurden nass bis auf die Knochen. Unser Dreirad fährt auch bei gefluteten Straßen sicher durch die Gegend. Zum Glück war der Weg zum CP nicht weit, es wurde durch einen Temperatursturz auch noch erheblich kälter. Wir sind bei 19 Grad losgefahren und bei 12 Grad wieder zurückgekehrt. Wir machten uns erst einmal einen heissen Tee.

30.4.2011
Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Es war morgens aber noch empfindlich kühl. Um 8:30 fährt ein Bäcker mit einem Peugeot Partner laut hupend auf den Campingplatz, um frisches Baguette und Croissants zu verkaufen. In Frankreich sind Croissants einfach ein „Muss“.
Heute ist in Apt Wochenmarkt. Und das ist der größte Wochenmarkt der Provence.
Fast in allen Gassen der Altstadt sind Stände aufgebaut. Sauber und ordentlich, viel einladender als in St. Gilles.
Wir brauchten über zwei Stunden, um uns alles anzuschauen. Aber das hat sich gelohnt. Solch einen schönen und interessanten Wochenmarkt haben wir noch
nie erlebt.


Alles aus Rigpullösen gefertigt. Wie wir schon auf einem Markt in Valencia gesehen hatten.



Ein herrlich duftender Seifenstand.



Die Kathedrale Sainte-Anne



Die Krypta


An einem Schmuckstand fanden wir eine Kette, die  aus den gleichen „Holzperlen“ gemacht war wie die Armbänder, die wir in St. Maries de la Mer gekauft haben.
Der nette Verkäufer erklärte uns, dass es Saatkörner eines afrikanischen Baumes sind, der „Auge der Gazelle“ genannt wird. Das werden wir im Internet recherchieren.

Am Nachmittag fuhren wir nach Rousillon, dem Dorf auf und an den Ockerfelsen.




Man kann dort für 2,50 Euro pro Person über einen Rundweg gehen und kommt dabei an interessanten farbenprächtigen Felsformationen vorbei. Schade nur, dass die Sonne die Felsen nicht immer von der richtigen Seite ausleuchtete. Das holen wir zu hause mit der Bildbearbeitung nach.




Der Ort ist ein Touristenmagnet, der auf jeden Fall einen kleinen Abstecher lohnt.



Nebenbei haben wir noch ein anderes Dreirad gefunden...



Wir sind auf dem Rückweg zum CP über Saignon gefahren. Das kleine Dorf liegt oben auf einem Felsen gegenüber des Campingplatzes und man hat von hier oben eine super Sicht über das gesamte Umland.



Saignon


Ganz schön gefährlich so ohne Geländer!



Wir konnten hier auch noch eine ganz seltene Pflanze fotografieren.


Heute hatten wir richtiges Glück mit dem Wetter. Überall um uns herum zogen immer wieder dunkle Wolken auf, dass wir Angst bekamen, wieder nass zu werden. Aber immer dort wo wir waren, schien die Sonne.
Zurück auf dem CP verluden wir den Roller wieder auf dem Anhänger, kochten uns  etwas leckeres und ließen einen schönen Tag ausklingen.

1.5.2011
Wir mussten um 8.30 Uhr kurz aufstehen, weil der Bäcker nicht lange auf die Kundschaft wartet. Danach hatten wir alle Zeit der Welt. Schließlich lagen ja nur 150 km vor uns. Aber die sollten es in sich haben. Ein kleiner Teil der Strecke hätte auch Autobahn sein können. Doch das Navi meinte es gut mit uns, sparte die Mautgebühr und führte uns über abenteuerliche Straßen.



Über die N100, die D4b und die D4, die D 907,  die N85 und die N202. Ein großer Teil der Straßen könnte mal wieder neu belegt werden. Ansonsten ging es bergauf, bergab rechts rum, links rum, über Alleen mit altem Baumbestand, durch Felder und bevor wir das Tal des Var erreichten, fuhren durch die Gorges des Verdon.



Einfahrt zur Gorges du Verdon





Wir verließen den Cp in Apt gegen 11.30 Uhr und waren um 16.00 Uhr am Ziel. Viereinhalb Stunden für knapp 160 Kilometer. Eigentlich sollte der Heimweg auch über einen Teil dieser Strecke und dann über die Berge nach Grenoble führen. Aber selbst wenn wir den Umweg über Nizza und Marseille fahren, werden wir erheblich schneller sein.

Der Campingplatz Du Brec entschädigt uns für die Anfahrt. Der Empfang war sehr herzlich. Die Dame des Hauses freute sich mit uns englisch reden zu können. Ich glaube, sie ist Engländerin und mit einem Franzosen verheiratet. Vielleicht kriegen wir das ja noch heraus.

Der CP ist im ACSI-Führer als einfacher Platz beschrieben. Aber es sind Duschen mit regulierbarem Heißwasser und saubere Sanitäranlagen vorhanden. Wie im sonnigen Süden üblich, offen und unbeheizt. Und es gibt für einen Euro am Tag super schnelles Internet.



Dieser See gehört zum Campingplatz.




Die Sanitäranlagen (Das Hauptgebäude war noch geschlossen)

Nach dem wir uns eingerichtet haben, sind wir über den Wanderweg entlang des Var in etwa 20 Minuten nach Entrevaux gewandert.




Der Wanderweg endet an dem an einem Felsen gebauten Ort an einem kleinen Turm mit einer ehemaligen Zugbrücke.

Als wir durch das Torhaus gingen, kamen wir in ein mittelaterlichen Ort. Wir schlenderten durch die engen Gassen und waren fasziniert von dem besonderen Charme dieses Ortes. Hier hat der Tourismus noch keinen Einzug gehalten. Alles scheint noch ursprünglich.
In der Auberge du Planet brannte noch Licht und wir mußten nicht verhungern.
Die Pizza war köstlich, mit dünnem knusprigen Boden und reichlich leckerem Belag.
Das anschließende Mousse au Chocolat war sensationell.
Satt und und zufrieden machten wir uns auf den Rückweg.

2.5.2011
Heute wird ein weiterer Lebenstraum in Erfüllung gehen. Seit ich das erste Mal von den Gorges de Daluis gehört hatte, stand für mich fest: Einmal in meinem Leben möchte ich dahin. Und als Gerd die Videos von den Motorradfahrern, die durch die Schlucht jagten, gesehen hatte, versprach er mir: „Das machen wir auch!“
Die Roller-Tour führt über 80 Km vom CP über Daluis, Valberg, Cians und Entrevaux zurück zum CP.

Der Weg durch die Daluis Schlucht führt stets bergauf und man schaut immer neben der Straße in die Tiefe. Ich habe schon viele rote Felsen gesehen, aber dieses dunkle Rot noch nie. Und dann war es wieder da: Diese Gefühl, diese sprachlose Ergriffenheit mit Tränen in den Augen. Das war der Wahnsinn!
Nach Valberg fährt man über den Col de Valberg 1.673 m über dem Meeresspiegel. Dort oben waren nur noch 12 Grad und es lag sogar noch etwas Schnee. Valberg ist ein Wintersportzentrum. Uns war kalt und deshalb wärmten wir uns in einer Creperia mit einem Kaffee auf.




Gerd hat jetzt auch einen Fotoapparat!




Danach setzten wir die Fahrt durch die Gorges de Cians fort. Jetzt ging es nur noch bergab
und man hat in der Schlucht die riesigen dunkelroten Felswände über sich. An einigen Stellen betrug die Durchfahrtshöhe nur 3,10 und es war teilweise nur 2,50 m breit. Auf dieser Straße kam uns auch noch ein Wohnmobil entgegen! Die Insassen dürften einige Male gut geschwitzt haben.


Die Gorges de Daluis kann man problemlos mit einem Wohnmobil durchfahren. Die Schlucht von Cians nicht!
Der letzte Teil der Strecke führte dann wieder über die Landstraße im Tal der Var und war unspektakulär.

Kurz vor dem CP gibt es einen gerade neu eröffneten Intermarche Supermarkt. Dort füllten wir unsere Vorräte auf.

Abends probierte Gerd die Fliegenrute aus, die er von seinen Kindern geschenkt bekommen hatte.
Es war aber zu windig und die Fliegen flogen nicht so wie sie sollten.

Heute gehen wir zeitig schlafen. Morgen machen wir die Tour noch einmal anders herum und hoffen, dass die Sonne die Felsen für die Fotos ins rechte Licht rückt.

3.5.2011
Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel!!!
So soll es sein.
Wir zogen trotzdem die wasserdichten Motorradjacken und –hosen an. Man kann ja nie wissen....

Die Schlucht, durch die das Bächlein „Le Cians“ fließt wird heute von unten nach oben bezwungen. Die Fahrt dauerte erheblich länger als gestern, nicht nur weil es stetig bergauf ging sondern auch, weil wir an fast jedem Aussichtspunkt angehalten und fotografiert haben.
Motive ohne Ende.

Gorges du Cians:

 
Jetzt folgen Bilder von einem stillgelegten Straßenabschnitt, daneben wurde eine breitere Straße in einem Tunnel gebaut.



Dieser Abschnitt heißt "Grande Clue"

Einfach überwältigend.





Oben in Valberg hatten sich die ersten Wolken vor die Sonne geschoben.



Beuil, kurz vor Valberg.


Das war gestern auch schon so. Die Rückfahrt über Daluis ging deshalb etwas schneller.

Die Bilder von hier machen wir Mittwoch, weil dann wieder die Sonne scheint...

Wir wollten um 14.00 in Guillaume zu Mittag essen. Aber die Küche war schon wieder geschlossen. Es gab nur noch Sandwiches. Da haben wir uns dann lieber selbst versorgt.
Mittlerweile wurden die Wolken immer dunkler und der Gewitterdonner war nicht zu überhören. Unten im Tal hatte es kräftig geregnet. Als wir auf dem CP ankamen, war dort auch alles nass.
Da hatten wir mal wieder Glück. Wir haben keinen Tropfen abbekommen.

4.5.2011

Gorges de Daluis:

Nach dem Frühstück im Freien und bei blauen Himmel zog es uns noch einmal in die Daluis-Schlucht. Jetzt hatten wir auch fast optimale Fotobedingungen.



Oberhalb der Brücke sind schon die roten Felsen der Schlucht zu sehen.




                                                                                                                                     Der Frauenkopf





Wir hielten uns wieder längere Zeit an den Aussichtspunkten auf, folgten zu Fuß einem Teil der alten Straße, die über die Pont de la Mariée führt und fanden sogar einen Campingplatz (Camping Pont de la Mariée) oberhalb der Schlucht.




Pont de la Mariée Den werden wir aber wohl nie mit unserem Wohni ansteuern.

Pünktlich zur Mittagszeit versammelten sich wieder etliche Wolken über uns und wir verzichteten darauf noch einmal nach Valberg zu fahren.



Ich wollte am Nachmittag ja noch nach Entrevaux!

Zurück am Campingplatz fing es an zu tröpfeln. Fotografieren mache erst einmal keinen Sinn und so machten wir unser Wohni zum letzten mal auf dieser Tour reisefertig.

Abends um sechs lugte die Sonne wieder ein wenig durch die Wolken und wir wanderten noch einmal entlang der Var nach Entrevaux. Schnell hatten wir einige Impressionen abgebildet.




Ich habe mich richtig erschrocken, als wir durch das Stadttor gingen und diese Tür passierten, ich dachte, die Menschen sind echt.



Und dann war auch der kleine Hunger schon wieder da. Wir hatten uns vorgenommen in der Auberge du Planet Menü zu essen. Gerd hatte Sonntag extra die Speisekarte fotografiert, damit wir nach der Bestellung keine all zu große Überrschung erleben. Es gab Antipasti-Gemüse-Salat, Lammkottlets mit Aioli und während Gerd französische Windbeutel als Nachtisch bekam, konnte ich mich über eine Creme Caramel freuen. Wir tranken noch einen Kaffe und bekamen zum Abschied noch einen Verdauer auf Kosten des Hauses (waren ja quasi Stammgäste).




Wir schafften es gerade noch, im Hellen zum CP zurück zu kehren.




5.5.2011
Wir haben noch schnell Kaffee gekocht und sind dann zum Intermarche gestartet. Dort haben wir die letzten Besorgungen gemacht und auf dem Parkplatz frisches Baguette gefrühstückt.
Wir hatten uns entschlossen, doch nicht die längere Strecke über Nizza und Marseille zu fahren.
Danach ging es über Grenoble und Bourg en Bresse nach Breisach.
Für die ersten 250 KM auf der Landstraße, unter anderem über den Col de la Croix Haute, haben wir fünf Stunden gebraucht. Diesen Pass sollte man unbedingt von Süden anfahren, weil man von dort aus problemlos auf einer wenig steilen Straße oben ankommt aber dann fährt man auf einer sehr kurvigen Strecke steil bergab in ein Tal und man wird mit wunderschönen landschaftlichen Eindrücken belohnt. Wir haben schon wieder Ideen für künftige Urlaubsfahrten gesammelt.

6.5.2011
Wir sind wieder nach Frankreich und über die mautfreie Autobahn gefahren:
Dort gibt es keine Baustellen wie auf der A5 und man kann dort schneller fahren und darf auch überholen.
Außerdem haben wir kurz vor der Grenze auch noch bei einem Intermarche für 1,33 Euro den Liter Diesel getankt.

Wir sind kurz vor 21.00 Uhr wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.
























































































































 
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