Gerd-und-Iris
  Franken kulinarisch Oktober 2009
 


Franken Kulinarisch 11.10. - 17.10.2009



11.10.09

Start unserer einwöchigen Kurzreise ins Fränkische.
Unser erstes Ziel ist der neu eingerichtete Stellplatz der Brauerei Reichold in Hochstahl.
Wir erreichten ihn nach 7 ½ stündiger Fahrt gegen 17:00 Uhr. Er war sehr voll, aber wir fanden noch einen freien Platz. Als wir ankamen, begann es zu regnen.



Vor uns lag eine Woche mit Hausmannskost und Dunkelbier.
Das Abendessen nahmen wir in dem Brauereigasthof ein.
Das dunkle Bier dieser Brauerei ist nicht ganz so dunkel wie wir es bisher aus dieser Gegend kannten und auch etwas herber.

12.10.09
In der Nacht hat es immer mal wieder geregnet. Nach dem Frühstück wollten wir ein Teilstück des Brauereienweges wandern, sozusagen ein Trainingslauf für die ganze 14 Km lange Strecke. Das Wetter war nicht so gut. Es war kalt und regnete immer wieder.
Von Hochstahl gingen wir ca. 2 Km Richtung Heckenhof am Kathi Bräu vorbei, nach weiteren 2 Km kamen wir in Aufseß an. Wir brauchten die Brauerei Rothenbach nicht lange suchen, der Wanderweg führte uns direkt auf das Gebäude zu. Wir bestellten uns Rehbraten.
Der war sehr lecker und für 11:90 auch nicht teuer. Auch hier war das Dunkelbier etwas heller und herber. Gesättigt machten wir uns auf den Rückweg. Wir nahmen aber nicht den selben Weg, sondern suchten uns auf der Wanderkarte im Ort eine andere Strecke aus. Unsere Karte haben wir leider zu hause vergessen. Einmal dachten wir, daß wir uns verlaufen hätten, weil die Wege keine Markierungen mehr hatten. Aber wir gingen einfach weiter, weil die Richtung in die wir gehen mußten ja stimmte. Nach einiger Zeit kamen wir wieder auf ein anderen Abschnitt des Brauereienweges. Dieser führte uns dann wieder nach Hochstahl.

13.10.09
Für heute war etwas besseres Wetter angekündigt. Heute wollten wir uns eine Urkunde verdienen. Die Gemeinde Aufseß steht im Guinness-Buch der Rekorde für die größte Brauereidichte.



Es gibt 4 Brauereien für ca. 1500 Einwohner.  Diese 4 Brauereien sind durch den 14 Km langen Brauereienweg verbunden. Wenn man in jeder Brauereigaststätte einkehrt und sich einen Stempel auf seinen Bierpaß geben lässt, bekommt man eine Ehrenbiertrinker Urkunde. Wir machten uns bei Sonnenschein und kaltem Wind auf den Weg. Zuerst gingen wir das längste Teilstück des Weges ca. 6 Km nach Sachsendorf.



Unterwegs begegneten wir einer 6er Gruppe, die auch mit ihren Wohnmobilen auf dem Stellplatz standen. Sie sammelten nebenbei noch Pilze und waren dadurch etwas langsamer als wir. Der Wind blies sehr kalt, aber es regnete wenigstens nicht. Nach einer guten Stunde erreichten wir den Ort Sachsendorf und kehrten in der Brauerei Stadter ein.



Der Gastraum war sehr eng aber für uns zwei war noch ein kleiner Tisch frei. Dann wurde es aber voll. Kurz nach uns traf ein Paar mit zwei großen Hunden ein. Wir rückten etwas zusammen, so hatten sie noch Platz an unserem Tisch. Dann traf die 6er Gruppe ein. Die hatten Glück, es wurde gerade ein Tisch frei. Als der Gastraum voll besetzt war, stellten wir fest, daß alle Anwesenden entweder Hausgäste oder Stellplatzgäste von der Brauerei Reichold waren. Unsere Tischnachbarn mit den zwei großen Hunden kamen aus Lübeck. Wir haben uns nett unterhalten. Sie wanderten den Weg entgegen unserer Richtung. Die 6er Gruppe brauchte nur noch diesen einen Stempel für ihre Karte und wollten deshalb den selben Weg wieder zurück gehen, das war kürzer. Als wir uns verabschiedeten, fragten sie uns ob wir über Aufseß weiter gehen und ob wir ihnen ein frisches Brot aus dem Edeka Markt mitbringen könnten. Das fehlte ihnen noch für ihre Schwammerl Mahlzeit. Natürlich können wir ein Brot mitbringen, wenn der Markt geöffnet hat. Der Weg von Sachsendorf nach Aufseß war sehr schön. Er führte an dem kleinen sich durch die Wiesen schlägelnden Fluß Aufseß entlang.



Noch schöner wäre es bei Sonnenschein gewesen, aber es begann zu regnen. Um 14:00 Uhr kamen wir in Aufseß an. Der Edeka Markt hatte geöffnet und wir kauften ein frisches Brot. Dann kehrten wir nochmals in dem Brauereigasthof Rothenbach ein.



Wir aßen ein Brauerschnitzel, gefüllt mit Speck und Zwiebeln. Das war sehr lecker. Wieder sah man viele bekannte Gesichter. Gesättigt machten wir uns auf den knapp 2 Km kurzen Weg nach Heckenhof zum Kathi Bräu.



Als wir ankamen saßen nur wenig Leute in dem kleinen Gastraum. Klar, was danach passierte. Nach und nach trudelten alle anderen bekannten Personen wieder ein. Der Raum wurde so voll, daß der zweite Gastraum geöffnet werden mußte. Neben uns nahm eine 4köpfige Familie mit zwei Töchtern platz. Die kannten wir auch schon vom Sehen. Das jüngere Mädchen war 10Jahre alt. Dem älteren mit rosa Pulli sagte ich, lass mich raten, du bist 13. Mit großen, erstaunten Augen sah sie mich an und sagte ja. Ich fragte, ob sie auch den ganzen weg gewandert sind.
Ja, sind sie. Wurdet ihr gezwungen oder wandert ihr freiwillig. Sie machen das freiwillig, sagten sie jedenfalls, was sehr ungewöhnlich ist in diesem Alter. Sie wollten vor uns am Ziel sein, der Brauerei Reichold in Hochstahl. Aber ihr Vater bestellte sich noch ein Bier und machte seinen Töchtern somit einen Strich durch die Rechnung. Ooch Papa...
Vom Kathi Bräu bis nach Hochstahl waren es nur noch 2 Km. Bis auf den Regenschauer zwischen Sachsendorf und Aufseß hatten wir aber Glück mit dem Wetter.
Den letzten Stempel holten wir uns beim Abendessen in unserem Heimat Gasthof ab.
Und nicht nur wir, auch die 6er Gruppe, die sich nochmals überschwenglich für das leckere Brot bedankte, und all die anderen Bierweg Wanderer bekamen ihre Urkunde mit netten Worten von Herrn Reichold überreicht.



Übrigens: Das Kathi Bräu ist an den Wochenenden auch ein beliebter Biker Treffpunkt. Da kann man auf dem Großen Parkplatz viele Motorräder bewundern.

14.10.09
Heute wollen wir weiter in die Bärenschlucht, nahe Pottenstein, auf den Campingplatz der Familie Bayer. Als wir bezahlten und uns verabschiedeten, erfuhren wir von Herrn Reichold junior, daß sein Stellplatz im nächsten Jahr auch sanitäre Anlagen bekommt. Dort werden wir bestimmt noch einmal hinfahren, dann aber mit Wanderkarte!
Nach einer kurzen Fahrt und einem Einkauf in Pottenstein bei Aldi, fuhren wir zum CP.
Es war gerade Mittagsruhe. Wir aßen eine Kleinigkeit und warteten bis 14:00 das Ende der Mittagsruhe ab. Dann fuhren wir die Ver- und Entsorgungsstation an. Die Rezeption war erst ab 17:00 Uhr geöffnet. Man durfte sich einen Platz aussuchen. Normalerweise ist dieser CP in den Herbstferien immer voll. Aber da das Wetter nicht mehr so schön wie in der vergangenen Woche war, gab es viele freie Plätze. Wir suchten uns einen aus. Danach wanderten wir die Bärenschlucht hinauf nach Weidmannsgesees um zu schauen, ob es den Gasthof Schmitt noch gibt, wo man immer gut und günstig essen kann. Ja, es gibt ihn noch. Herr Schmitt war gerade draußen und zupfte die verblühten Geranien zurecht. Er hat letztes Jahr seine Frau verloren und hatte überlegt aufzuhören, weil keiner seiner Söhne den Hof übernehmen wollte. Er begrüßte uns und wir fragten, ob es noch Gänsebrust gibt. Heute nicht, aber wenn ihr wollt, könnt ihr morgen welche bekommen. Oh, ja, das machen wir. Wir gingen zurück zum CP.
Abends gingen wir noch einmal zum Essen hinauf. Wir bestellten uns Schäufele, Schweine Schulter Braten mit Kloß und Blaukraut für 6,50€ und 0,5L Bier 1,80€. Das sind Preise!
Nach dem Essen gingen wir mit Licht aus der Taschenlampe durch die dunkle Schlucht zurück zum CP.

15.10.09
Die Nacht war kalt, es hat wohl auch stellenweise gefroren. Genau die richtigen Voraussetzungen für unser heutiges Vorhaben. Wir wollen Schlehen sammeln und die sollen ja vor der Ernte Frost bekommen haben. Aus diesen Früchten stellen wir einen Likör her. Probiert haben wir ihn auf unserem letzten Forumstreffen bei Dirk in Nordeck. Er hat uns sehr gut geschmeckt und deshalb wollten wir die Herstellung selbst einmal ausprobieren.
Am späten Vormittag machten wir uns auf den Weg. Gleich gegenüber des Campingplatzes führt ein Wanderweg in den Wald. Wir kennen uns dort aus und wir wissen auch wo viele Schlehenbüsche wachsen. Zielstrebig stiegen wir bergan bis zum Siegmannsbrunner Rundweg. Dort oben zwischen den Wiesen und Feldern finden wir die Schlehen. Aber es waren schon andere vor uns dort und hatten die meisten Früchte geerntet. Zuerst fanden wir nur vereinzelt welche, aber ein Stück weiter hingen die Büsche noch voll. Nach gefühlten 2Kg beendeten wir die Suche und nahmen den Weg Richtung Pottenstein. Die Hauptstraße im Stadtkern ist in den letzten 2 Jahren total saniert worden. Einige Geschäfte haben nicht überlebt. Wir schauten, ob die Hufeisen Brauerei noch existiert und hatten Glück. Wir waren hungrig und wollten eine Kleinigkeit essen. Es war aber schon nach 14:00 Uhr und es gab nur noch Schnitzel oder Linsensuppe. Ich nahm das Eine und Gerd das Andere. Und natürlich ein dunkles Bier. Ich habe noch nie solch ein gutes Schnitzel gegessen! Viel zartes Fleisch mit einer knusprig dünnen Panade. Die Pommes heiß und knusprig und auch der gemischte Salat war lecker angemacht. Auch Gerd war mit seiner Suppe zufrieden. Und das Bier ist nach unserem Geschmack das Beste in der Region.
Nach dem Essen kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und überlegten dann, welchen Rückweg wir nehmen wollten. Den kurzen an der Jugendherberge vorbei, oder den langen über Haselbrunn. Wir entschieden uns für den langen Weg, weil wir noch viel Zeit hatten. Auf halber Strecke fing es leicht an zu schneien und ging dann bald in ein heftiges Schneegestöber über. Und das Mitte Oktober! Um 17:00 Uhr erreichten wir unser Wohnmobil. Wir heizten erst einmal ordentlich ein und kochten uns einen Kaffee. Um 18:30 Uhr gingen wir noch einmal zum Schmitt um die am Vortag bestellte Gänsebrust zu essen. Und tatsächlich stand es für heute auf der Karte und für die noch folgenden Gäste hieß es Gansbrust ist leider aus. Haben die jetzt nur für uns dieses Gericht vorbereitet?
Gänsebrust mit Blaukraut, Soße und hausgemachtem Kloß 8€ !

16.10.09
Heute ist das Wetter richtig usselich, wie Gisela zu sagen pflegt. Eigentlich könnten wir auch nach hause fahren. Aber zum krönenden Abschluß unserer kulinarischen Reise wollen wir heute Abend im Restaurant des Campingplatzes Rehfilet essen.



Wir schauten gemütlich Fern, machten etwas Hausputz und gingen trotz Regen noch einmal in den Wald. Dort haben wir schöne Baumpilze gesehen, die wir zu Dekozwecken sammeln wollten.
Das Rehfilet war wie immer, super lecker!

17.10.09
Abfahrt 10:30
Ankunft 19:00
Die Waage zeigte zum Glück nicht mehr an, als vor der Reise.



 
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